6 - 4 VIRTUELLESMUSEUM
Holzspielzeug aus dem Erzgebirge
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Füll- und Schachtelware: Arche Noah

Arche Noah

Strohintarsienarche, (Ernestine Hermann?) Erzgebirge um 1910, Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen
Bereits 1803 wurde in Bestelmeiers Spielwarenmagazin folgende Arche angeboten: "... inwendig befinden sich 50 paar oder 100 Figuren, schön lakirt, damit man solche aufs Wasser setzen kann. 56 kr., größere 1 fl 24 kr." Die erzgebirgische Arche, auch eine lackierte, erfüllte vor allem die Funktion der Verpackung und der Präsentation, ohne immer gleich auch Spielgegenstand zu sein. Diese aufwendige mit Strohintarsien belegte Schiffsarche entsprach der besseren Qualität. Die 1924 verstorbene Ernestine Hermann in Seiffen war eine der letzten Vertreterinnen solcher Stroharbeiten. 
Das Stroh sei zuerst mit Anilinfarben gefärbt worden, weißes Stroh wurde geschwefelt. Die Holzflächen wurden mit gefärbtem Leim bestrichen. Später weichte man diese Leimschicht mit einem nassen Schwamm wieder etwas auf und drückte die zugeschnittenen, glattgebügelten Strohstreifen und jeweiligen ornamentalen Formen auf. Winzige Musterstückchen wurden erst auf ein Papier vorgeklebt.