15 - 2 VIRTUELLESMUSEUM
Holzspielzeug aus dem Erzgebirge
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Weihnachtliche Gestaltungen

Krippe

Weihnachtstempel (Krippe), Auguste Müller, Seiffen 1918, Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen
Zum Wertvollsten der erzgebirgischen Volkskunst gehört das aus Holzabfällen gefertigte Schnitzwerk von Auguste Müller (1847-1930). Ihr Leben gestaltete sich entbehrungsreich und war stets bestimmt vom Ringen um das tägliche Brot. Durch Heimarbeit sicherte sie den Lebensunterhalt. Erst im hohen Alter erfuhr sie mit ihren geschnitzelten Kleinbildern öffentliche Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Durch ihre "dramatischen" Gruppenszenen, ergänzt durch Texte auf dem Bodenbrettchen, wurde sie zur bildhaft berichtenden Chronistin ihrer Zeit. In wundervollen Sprachbildern erzählt Auguste Müller von den inneren Zuständen der Menschen, vielmals sind die Zetteltexte belehrend, mahnend, beurteilend. Mundartliches und Elemente der Hochsprache mischen sich in einem eigenwilligen Wort- und Satzgeflecht. Auch diese dargestellte Episode erklärt sich aus gelebter Sensibilität und tief empfundener Frömmigkeit.