Weihnachtstempel
(Krippe), Auguste Müller, Seiffen 1918, Erzgebirgisches Spielzeugmuseum
Seiffen |
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Zum
Wertvollsten der erzgebirgischen Volkskunst gehört das aus Holzabfällen
gefertigte Schnitzwerk von Auguste Müller (1847-1930). Ihr Leben gestaltete
sich entbehrungsreich und war stets bestimmt vom Ringen um das tägliche
Brot. Durch Heimarbeit sicherte sie den Lebensunterhalt. Erst im hohen
Alter erfuhr sie mit ihren geschnitzelten Kleinbildern öffentliche
Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Durch ihre "dramatischen" Gruppenszenen,
ergänzt durch Texte auf dem Bodenbrettchen, wurde sie zur bildhaft
berichtenden Chronistin ihrer Zeit. In wundervollen Sprachbildern erzählt
Auguste Müller von den inneren Zuständen der Menschen, vielmals
sind die Zetteltexte belehrend, mahnend, beurteilend. Mundartliches und
Elemente der Hochsprache mischen sich in einem eigenwilligen Wort- und
Satzgeflecht. Auch diese dargestellte Episode erklärt sich aus gelebter
Sensibilität und tief empfundener Frömmigkeit. |