Treppenläufer
(Sturzmännel) um 1890 |
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Als
typisches Salonspielzeug, für die “Kurzweil am Tische” gedacht, wurde
dieses Spielzeug bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt. Bereits
das Waldkirchner Spielzeugmusterbuch um 1850 zeigt ein Modell, das unserem
Exponat sehr ähnlich ist. Im papierbeklebten Kasten können Figur,
Treppe und Podest untergebracht werden. Die zerbrechliche Figur selbst
findet ihren Platz in der unteren schubfachähnlichen Treppenstufe.
Vom einstigen Hersteller des turnenden Geschöpfes war durchaus Präzisionsarbeit
gefordert, galt es doch durch Verlagerung des Schwerpunktes und mittels
feinster Mechanik der durch Fäden verbundenen Beine und Arme ein rückwärtiges
Überschlagen des Turners zu realisieren. “Motor” ist eine kleine Menge
Quecksilber, die im Körper in einem Behälter eingeschlossen ist.
Ihr Gewicht und die Fließfähigkeit bewirken, dass ein raffiniert
angesetzter Balancepunkt den Impuls des fließenden Quecksilbers in
ein Drehmoment umzusetzen vermag. Der kleine Akrobat ist mit einem zierlich
geformten Gesicht ausgestattet, welches aus “Masse” besteht und in einer
Form gedrückt worden war. Der Umhang aus Pappe, goldfarbenem
Papier und Stoff verdeckt geschickt die Konstruktion des Körpers und
der Fäden und unterstützt die magische Wirkung. |