10 - 3 VIRTUELLESMUSEUM
Holzspielzeug aus dem Erzgebirge
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Fahr- und Bewegungsspielzeug

Klimperkästchen

Reiter auf Pferd, beweglich, Th. A. Winde um 1930
Theodor Artur Winde (1886-1965) war in  den 1920er und 1930er Jahre enger mit der erzgebirgischen Spielzeugwelt in Kontakt gekommen. Mit der Berufung nach Dresden hatte er begonnen, an der Kunstgewerbeakademie eine selbständige Abteilung für Holzgestaltung aufzubauen. Angeregt durch traditionelle Formen und Technologien, man denke an die Nutzung zerteilbarer Profile oder an den Einsatz dünner Spaltbrettformen, hat er mit experimenteller Lust auf die Erzgebirgsware reagiert. Am bekanntesten sind seine eigenwilligen Um- und Neugestaltungen erzgebirgischer Fahrspiele und kleiner Figurengruppen. Mit feinsinnigem Humor hat Winde volkstümliche Motive gestalterisch gestrafft und in der künstlerischen Diszipliniertheit die ursprünglichen Reize zu steigern versucht. Sein “Reitender Ritter” ist voller Stolz und Grazie. Geradezu majestätisch fährt (oder reitet) er auf seinem durch eine Panzerung geschützten Pferde dahin. Der harte Rückenschnitt am Reitersmann ist, wie bei bester Volkskunst, wirkungsvoll gemacht und verspricht Standhaftigkeit des Kämpfers. Ein weißer Federbusch in Form eines flauschigen Pelzbesatzes steigert noch alle Wirkung. Es sollte ein Entwurf für die Serie sein und so hat der gestandene Holzgestalter auf uneffektives Beiwerk verzichtet.