Signet
des Museums, gestaltet um 1936 von Max Schanz
Museum
1965-1998
Weihnachtsmotive
auf Laternen (1999)
Spielmöglichkeiten
für Kinder (1999)
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Von wenigen Gewerbeausstellungen
und einer Mustersammlung an der Spielzeugschule Seiffen im späten
19. Jahrhundert abgesehen, war eine im sogenannten "Albertsalon" 1914 stattgefundene
Holz- und Spielwarenausstellung die erste umfassende ihrer Art im Spielzeugwinkel.
Der Besuch von König Friedrich August wertete dieses Ereignis, an
dem über 200 Leihgeber beteiligt waren, besonders auf. Mit der Absicht,
alte Spielzeuge und neuartige Erzeugnisse, Entwürfe und Serielles
dauerhaft zu zeigen und dies als Studiensammlung der Ausbildung und den
Herstellern zur Verfügung zu stellen, wurde 1920 ein kleiner Museumsraum
in der Seiffener Spielzeugfachschule eingerichtet. Die Werbung für
die Spielzeugbranche und die Entwicklungen im Fremdenverkehr führten
schließlich 1936 zum Aufbau einer umfassenden Spielzeug- Werbeschau.
Sie war bereits in diesem, heute noch für das Museum genutzten Industriegebäude
untergebracht. Bis zur kriegsbedingten Schließung 1943 konnten hunderttausende
Besucher gezählt werden. Das Logo der Ausstellung, grüner Baum
und roter springender Hirsch, ist bis heute Markenzeichen des Museums.
Öffentliche Initiativen ermöglichten 1953, das Haus als Heimatmuseum
wieder zu öffnen. Zahlreiche Umgestaltungen und die wissenschaftliche
Profilierung zum Spezialmuseum mit Bibliothek und Archiven
für die erzgebirgische Spielzeugherstellung erhöhten in den 60er
und 70er Jahren die Attraktivität. Nach der umfassenden Rekonstruktion
1998/99 bietet das Museum heute auf nahezu 1000 qm (3 Etagen) einen
umfassenden Überblick über die Entwicklung. Bis ins Jahr 2001
besuchten 8,5 Millionen Gäste das Erzgebirgische Spielzeugmuseum Seiffen.
Mit der inhaltlichen Neukonzeption
1999 verband sich vor allem die Darstellung des ganzen Spielzeuggebietes,
einschließlich des Grünhainicher Areals. Selbst der Blick hinüber
in das böhmische Erzgebirge, einst Bestandteil der Spielwarenregion,
war notwendig geworden. In einzelnen Bereichen sollte auch individuellen
künstlerischen Handschriften und dem besonderen Lebenswerk einzelner
Hersteller nachgegangen werden. Nicht zuletzt galt es die Rolle der Spielwarenverlage
und die internationalen Verknüpfungen des Spielzeugwinkels neu zu
deuten.
Die Emporengestaltung aus
dem Jahr 1936, die eingerichteten Stuben mit ihrem Wohn- und Arbeitsmilieu
der Jahrhundertwende, die hölzernen Figurenfriese aus den 60er Jahren
und schließlich die 6,30 m hohe Raumpyramide und der Winterberg "Christmette
zu Seiffen" bestimmen auch heute noch die Raumatmosphäre. Unter den
erstmalig gezeigten Exponaten befinden sich dutzende Archen, Schachelwaren
und seltene Bewegungsspielzeuge aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
Kaum bekannte Stücke verdeutlichen in der 2. Etage die Rolle der Spielzeugfachschulen
und ihrer künstlerischen Direktoren. Ein umfangreicher Komplex informiert
nun erstmals ausführlicher über die vielgestaltigen Miniaturspielzeuge
nach 1905. Die Kostbarkeiten alter weihnachtlicher Volkskunst im der 1.
Etage sind stimmungsvoll ausgeleuchtet. Restauriert und fachmännisch
gereinigt treten sie uns nun entgegen und berichten von der festlichen
Atmosphäre der erzgebirgischen Lichterweihnacht. Im Dachgeschoß
präsentieren sich neben einer wechselnden Sonderschau
derzeit Kabinettausstellungen zum bergmännischen Thema und zu edlen
Hölzern aus aller Welt. |