Das Sächsisch-böhmische Spielzeuggebiet im mittleren Erzgebirge - Sasko-česká hračkářská oblast na území středního Krušnohoří
Volksarchitektur
Bauwerke der Kammregion entsprachen dem regionalen Klima. So gehörten steile Dächer mit Schindeldeckung ebenso wie groß dimensionierte Öfen zum Erscheinungsbild. Traditionelle Architekturmerkmale blieben am längsten im Kammgebiet erhalten, wie zum Beispiel vielgestaltige Varianten der Holzschindel, unter anderem dekorativ und zugleich schützend an Giebel- und Längsseiten. Die Dacheindeckung mit Winterrroggen (Strohdach) fand sich noch lange Zeit. In den typischen einstöckigen Mittelflurhäusern waren vom Flur abgehend die Wohnstube, aber auch Werkkammern und zumeist eine kleine Stallung angeordnet. Der verbreitete "bäuerliche" Handwerker betrieb Getreide- bzw. Kartoffelanbau. Bei den verwendeten Baustoffen überwog bald der Stein, obgleich Blockbauhäuser mit Fachwerk und Umgebinde bis in das 18. Jahrhundert in der Region errichtet wurden. Der wachsende Holzbedarf im Bergbau und der deutliche Waldschwund geboten jedoch Veränderungen. Holz sparende Fachwerk- und Massivbauten setzten sich durch. In den höchsten Kammlagen existierte ein spezielle Bauernhaustyp mit Verbindung aller Räume im Inneren unter einem Dach. Bereiche des Wohnens, der Bewirtschaftung und der Viehhaltung reihten sich horizontal aneinander, besonders in den Wintermonaten von Vorteil. Der Haupteingang wurde in den Wintermonaten mit einem Windschutz aus Holz geschützt.


Diese Website ist Teil des Projektes Vermittlung gemeinsamer historischer Werte der Volksbau- und Lebensweise sowie der Volkskunst im Erzgebirge - Raum Seiffen/ Lesná | Zprostředkování společných historických hodnot lidových staveb a životního stylu včetně lidového umění v krušnohorském regionu Seiffen
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