Das Sächsisch-böhmische Spielzeuggebiet im mittleren Erzgebirge - Sasko-česká hračkářská oblast na území středního Krušnohoří
Erzeugnisse aus Pappmaché
karte Im Erzgebirge werden seit Anfang des 19. Jahrhunderts auch aus "Masse" gedrückte Spieldinge hergestellt. Während geschnitzte Figuren vergleichsweise teuer waren, konnten detailreich modellierte, wirklichkeitsnah bemalte Massefiguren ein preiswerter Ersatz sein. Ausgangspunkt ist modelliertes oder geschnitztes Urmodell, von dem eine Drückform in Holz, Gips, Schwefel oder Blei gefertigt wird. Der Werkstoff baut auf Papiermaché auf. Beigemengt werden Roggenmehl, Schlemmkreide und Leim. Drücken, Entgraten und Bemalen gehören zur Arbeitsfolge. Die Technologie fand ihre Anwendung rund um Horní Litvínov und Sv. Hora Kateriny im Böhmischen, aber auch in der Seiffener Region, im Raum Waldkirchen und im Annaberger Gebiet. Um 1900 geht man von mehr als 50 Herstellern aus. Bedeutsam für das böhmische Erzgebirge war Johann Georg Hörnlein, der dort diese Technologie 1834 eingeführt hat. An den Spielzeug- und Fachgewerbeschulen beidseitig der Grenze gehörte die Technologie zur Ausbildung. Eine besondere Bedeutung erlangte Papiermaché im Bereich des erzgebirgischen Weihnachtsbrauchtums. Die praktische Bedeutung nahm nach 1945 stark ab. Heute finden sich im Sächsischen nur noch wenige Werkstätten, bei denen diese Technologie im Kunsthandwerk zum Einsatz kommt.


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