Das Sächsisch-böhmische Spielzeuggebiet im mittleren Erzgebirge - Sasko-česká hračkářská oblast na území středního Krušnohoří
Erzeugnisse aus Holz
karte Früh verbreitet waren bewegliche und klingende Spieldinge, wie Klappern, Klimperkästchen, Fahrspiele sowie Lärm- und Musikinstrumente. Daneben hatte die Schachtelware mit ihren thematischen Sortimenten große Bedeutung. Kindgerecht und belehrend zugleich entsprachen die in Spanschachteln oder Kistchen verpackten Dockenfiguren, Fahrzeuge, reifengedrehten Tiere und variantenreichen Haus- und Baumformen ihrer Zeit. Im Verlagshaus ordneten ungezählte Hände nach einem genauen Lageplan oder der Vorlage des Musterbuches die Einzelteile sortimentsgerecht ein. Die verschiedensten Hersteller, meist nur auf ein Einzelprodukt spezialisiert, lieferten nach Forderung des Verlegers zu. Verwendung fanden vor allem die rationell herzustellenden Reifentiere. Die Reifendreherei (Spaltringtechnologie) erhöhte ab 1800 die Produktivität, Ausdruckskraft und Eigenständigkeit der erzgebirgischen Spielwarenerzeugung und trug maßgeblich dazu bei, dass erzgebirgische Holzspielwaren weltweit konkurrenzfähig wurden. Zum umfassenden Warenangebot gehörten Kegelspiele, Holzsoldaten, Burgen und Baukästen für das Knabenspiel ebenso wie detailreich gefüllte Puppenstuben und Kaufläden für das Mädchen. Durch Einfallsreichtum und Kreativität der Hersteller brachten nach 1900 vielgestaltige Miniaturspielwaren einen Aufschwung. Nach 1945 blieb das Spielzeughandwerk in dieser Prägung allein im sächsischen Gebirgsteil erhalten.


Diese Website ist Teil des Projektes Vermittlung gemeinsamer historischer Werte der Volksbau- und Lebensweise sowie der Volkskunst im Erzgebirge - Raum Seiffen/ Lesná | Zprostředkování společných historických hodnot lidových staveb a životního stylu včetně lidového umění v krušnohorském regionu Seiffen
gefördert durch das Programm Ziel3 - podpořeno z programu Cíl3