Das Sächsisch-böhmische Spielzeuggebiet im mittleren Erzgebirge - Sasko-česká hračkářská oblast na území středního Krušnohoří
Entwicklung der Spielzeugfertigung
Die Spielwarenfertigung entstand im sächsischen Erzgebirge als Ersatz- und Nachfolgeproduktion des daniedergegangenen Bergbaues, besonders früh in und um den Bergflecken Seiffen. Dabei stand das Drechseln als eine rationelle Technik seit dem 17. Jahrhundert im Mittelpunkt. Knöpfe, Feder- und Nadelbüchsen sowie andere hölzerne Hohlgefäße und Hausgeräte waren die ersten Drechslerwaren. Sie wurden bald in größeren Stückzahlen hergestellt und vertrieben. Handelsverbindungen, besonders mit Leipzig und Nürnberg, beförderten noch vor 1750 eine vielgestaltige, qualitätsvolle und exportorientierte Spielzeugherstellung. Mit der im Kammgebiet liegenden Ortschaft Kalek ist nach 1784 auch der Beginn von Holzdrechselei und Spielwarenfertigung im böhmischen Gebirgsteil verbunden. Als 1821 C.G.Krauss aus dem sächsischen Heidelberg nach Horní Litvínov kam, wurde hier ein Grundstein für eine sich ausweitende Spielwarenfertigung gelegt, die sich in vielen böhmischen Bergorten ausbreitete. Durch die Nähe zu Handelstraßen begünstigt entstanden ab 1732 Verlagshäuser in Grünhainichen und Waldkirchen – mit prachtvollen Musterbüchern. Seit 1788 unterhielt das Seiffener Unternehmen Hiemann enge Verbindung zu Nürnberg. Das zentral im Spielwarengebiet liegende Olbernhau wurde durch den Bahnanschluß 1875 zum wichtigsten Verlegerort, für das böhmische Erzgebirge die Stadt Horní Litvínov (1844 C.A.Müller & Comp.).


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