Das Sächsisch-böhmische Spielzeuggebiet im mittleren Erzgebirge - Sasko-česká hračkářská oblast na území středního Krušnohoří
Region Seiffen
Mit dem Grenzvertrag von Cheb/Eger 1459 wurden der Seiffener Winkel endgültig Sachsen zugeschlagen. In Nachfolge konfessioneller Gegensätze entstanden Exulantensiedlungen wie beispielsweise Deutschneudorf. Böhmische und sächsische Ortschaften liegen hier oft eng beieinander, so die Siedlungen Mníšek/Böhmisch Einsiedl und Deutscheinsiedel, Nová Ves v Horách/Gebirgsneudorf und Deutschneudorf. Mit Neugründungen wie Heidelberg (1656) und Oberseiffenbach (1665) erstarkte die Seiffener Region. Zugleich hat dieses Gebiet durch die Spezialisierung auf eine kleinteilige und zugleich hochproduktive und arbeitsteilig organisierte Holzwarenfertigung versucht, ihren bis ins 20. Jahrhundert hinein existierenden verkehrsmäßigen Nachteil auszugeglichen. Mit der staatlich gestützten Fachausbildung (ab 1852) und durch die hohe Konzentration an innovativen Herstellern, wie etwa ab 1850 die Fabrik S. F. Fischer mit der weltweit ersten industriell geprägten Spielzeugfertigung, stellt die Region innerhalb des Spielzeuglandes bis heute ein entscheidendes wirtschaftlich-kulturelles Zentrum dar. In der Region Seiffen konzentriert sich die handwerkliche Fertigung und hat eine Handels- und Liefergernossenschaft mit überregionaler Bedeutung ihren Sitz.


Diese Website ist Teil des Projektes Vermittlung gemeinsamer historischer Werte der Volksbau- und Lebensweise sowie der Volkskunst im Erzgebirge - Raum Seiffen/ Lesná | Zprostředkování společných historických hodnot lidových staveb a životního stylu včetně lidového umění v krušnohorském regionu Seiffen
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