Das Sächsisch-böhmische Spielzeuggebiet im mittleren Erzgebirge - Sasko-česká hračkářská oblast na území středního Krušnohoří
Das 20. Jahrhundert
Mit der von der Kohleindustrie dominierten Industriestruktur sonderte sich das südliche böhmische Erzgebirge wirtschaftlich von der Umgebung ab. Das produzierende Handwerk behielt lediglich in der Gebirgsregion durch die Fertigung von Holzwaren seinen hohen Stellenwert, ergänzt durch Kunstgewerbe und durch zeitgenössische Strömungen befördert. Neue Maschinen bis hin zu Halb- und Vollautomaten ermöglichten der Region internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die aufkommende Sommerfrische, eine touristische Erschließung der Landschaft, die Aspekte der Erholung und des Sportes begründeten einen ergänzenden Wirtschaftsbereich. Traditionen, Kultur und Handel begleitete diesen Prozess. Regionale Sammlungen wurden öffentlich, z.B. 1928 das Heimatmuseum in Hora Svaté Kateriny, oder 1936 die Werbeschau Seiffen, später 1953 das Seiffener Spielzeugmuseum, 1973 das Seiffener Freilichtmuseum. 1945 wurden große Teile der deutschen Bevölkerung aus den böhmischen Orten vertrieben. Die Fortsetzung der erzgebirgischen Spielzeugtradition erfolgte fast ausschließlich im sächsischen Teil. Die Nachbarschaft von tschechischen und sächsischen Erzgebirgern hatte in der Folgezeit unterschiedlichste politische Belastungen und Herausforderungen auszuhalten. Wirtschaftliche Kontakte in der engeren Region waren selten. Seit 1990 und nach der Aufhebung von Grenzkontrollen ergeben sich für eine festere, gemeinsame Entwicklung langfristige Chancen.


Diese Website ist Teil des Projektes Vermittlung gemeinsamer historischer Werte der Volksbau- und Lebensweise sowie der Volkskunst im Erzgebirge - Raum Seiffen/ Lesná | Zprostředkování společných historických hodnot lidových staveb a životního stylu včetně lidového umění v krušnohorském regionu Seiffen
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