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SONDERAUSSTELLUNGEN ARCHIV


ORIGINALE IM PORTRÄT (29.04.2016 bis 30.10.2016)

Personen und Werkstätten des Erzgebirges

Sonderausstellung im Spielzeugmuseum

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    In der großen Sonderschau „Originale im Porträt. Personen und Werkstätten des Erzgebirges werden vorgestellt“ ermöglicht der Fundus des Museums, mit bisher kaum ausgestellten Exponaten zahlreiche Persönlichkeiten des Designs, des Kunsthandwerks und der Spielzeughistorie zu würdigen. Arbeiten der Gestalter Karl Max Dittmann, Hans Reichelt, Helmut Flade oder Hans Brockhage sind ebenso zu sehen wie Kostbarkeiten und Werkproben der Werkstätten von Rudolf Ender, Dieter Groh oder Paul Zschorn. Erstmalig sind die Edelholzminiaturen der Familie Ehnert umfangreich präsent, ergänzt durch die Entwurfszeichnungen und originalen Verpackungsbeschriftungen. Ebenso werden Unikate und Lehrobjekte einstiger Reifendreher gezeigt.


Schneemänner aus Holz - eine kleine Präsentation (06.02.2016 bis 20.03.2016)

Schneemann-Motive aus 8 Jahrzehnten.

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    Kleine Schneemänner als Lichterträger oder als Räuchermann sind bereits Mitte der 1930er Jahre in den Warenkatalogen des erzgebirgischen Spielzeuglandes zu finden. Im Angebot von H. E. Langer (Seiffen) sind z.B. um 1936 unschwer drei Typen zu erkennen: eine kleine Flachfigur auf Rundsockel mit Tülle, ein kleiner Schneemann mit Lichterhalter-Laterne und ein Räuchermann (Abb. oben li.). Als Motiv für Kinder gedacht, hat der Schneemann Jahrzehnte lang sein klassisches Erscheinungsbild kaum verlassen: Zumeist drei abgestufte weiße Kugeln übereinander, rote Möhrennase, schwarzer Zylinderhut. So stand er dann als gedrückte Massefigur (Werkstatt Seidler, Seiffen) in den Vorgärten erzgebirgischer Lichterhäuser aus Olbernhau, so ist er schließlich mit Faden versehen als hölzerne Miniatur zum Christbaumschmuck geworden. Auch winterliche Szenen auf Tischpyramiden oder Spieldosen kamen seit den 1950er Jahren kaum um das Schneemann-Motiv herum. Nicht verwunderlich ist es daher, dass er selbst als Miniausgabe in der Zündholzschachtel zu finden ist. Vom Einzelgänger wurde der Schneemann seit den 1990ern zum Sammeltyp, zum vieltalentierten Musiker etwa oder zum Sportler. Sein Äußeres und sein Image haben Verwandlungen durchgemacht. Er ist pfiffig, witzig und humorvoll, ist mal kugelrunder cooler Rauchmann, dann wieder Hampelmann zum Ziehen. Als Kantenhocker darf er lässig seine Beine baumeln lassen. Und nicht zuletzt wird er seit kurzem in feinster glänzender Kleinstausgabe als Schmuck am Ohr oder an einem Halsband getragen. Allein die Erzeugnispalette der DREGENO Seiffen bringt beim Stichwort „Schneemann“ Treffer bei rund 30 Lieferanten. Die Präsentation im Spielzeugmuseum zeigte über 100 verschiedene Ausgaben des hölzernen Kerls.


FASZINIERENDE PERFEKTION (13.11.2015 bis 20.04.2016)

Gesellen- und Meisterstücke aus dem erzgebirgischen Spielzeugland

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    Seit den 1940er Jahren entstehen im Raum Seiffen Jahr für Jahr Meisterstücke im Spielzeugmacherhandwerk. Das Berufsbild eines Holzspielzeugmachers und die dazu gehörende Ausbildung hatten sich erst mit dem Jahr 1936 an der damaligen Staatlichen Spielzeugmacherfachschule Seiffen etabliert, bis hin zum Gesellenbrief. Dieser Ausbildungsstandard trug Früchte - in Form von Meisterbetrieben und persönlichen Werkstatt-Handschriften.

    Seit Jahren werden nun diese Spielzeugmacher- und Drechslermeister „der ersten Jahrzehnte“ mit dem Goldenen Meisterbrief geehrt; für die 50. Wiederkehr ihres Meisterabschlusses. Zu den ältesten Stücken in der Schau gehören Meisterobjekte im Drechslerhandwerk aus den 1930er Jahren. Die jüngsten entstammen dem Meisterlehrgang im Jahre 2013. Während für manchen Handwerksmeister das Stück wohl eher Anfang einer individuellen Entwicklung bedeutete, zeigen andere in der Handschrift der Familientradition ihre Könnerschaft.

    Zeitgeist, Modernistisches, farbige Vorlieben verschiedener Epochen oder gar Experimentelles bestimmen die Eigenart der ausgestellten Arbeiten ebenso wie die einmalige Gesamtkonstellation der erzgebirgischen Spielzeugregion - mit ihren Besonderheiten des Reifendrehens, einer traditionellen Figurendrechselei oder der technologischen Perfektion. Zu bemerken sind eine Vorliebe für exklusive Modelle, aber auch für aufwendige Spiellandschaften mit Figurenwelten. Ebenso fertigte man großformatige Weihnachtsdekorationen, reich mit Ornamentalem geschmückt oder auch in Variation naturbelassener Hölzer.
    Auch die Auswahl an Gesellenstücken berichtet davon, wie reichhaltig die Formen - und Materialsprache der Region ist.


GESPANTES AUS HOLZ (22.04.2015 bis 15.03.2016)

Blumen, Schmuck und Bäumelformen

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    Der Holzspan, gezogen und montiert oder beim Drechseln entstanden, ist bis heute ein Gestaltungselement in der erzgebirgischen Holzkunst. Das Waldkirchner Musterbuch (1850) demonstriert bereits die Vielfalt an aus Holz gemachten Bäumen- und Blütenvarianten.  Zu unterscheiden sind die montierten, zum Großteil palmenartigen Formen und jene, die noch an der Drehbank beim Rotieren auf- und angerollte fasrige Späne (z.B. beim Nadelbaum) erhielten. An den Spielwarenfachschulen wurden ab 1914 die Auszubildenden verstärkt angehalten, sich mit der Technologie des Spanens auseinander zu setzen.


gestanzt - gedrückt - gepresst (29.03.2015 bis 30.10.2015)

KOSTBARKEITEN der DDR-Spielzeugwelt

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    Spielzeuge aus der DDR-Zeit: Holz, Kunststoff, Pappe, Blech oder Textilien waren die Materialien, aus denen in doch großer Vielfalt in verschiedenen Regionen der ehemaligen DDR zum Teil Kostbarkeiten für das spielende Kind gefertigt wurden. Zeittypisches wie auch sehr Universelleswar in einer großen Jahresschau sehen sein.

    Neben den Klassikern aus dem Erzgebirge sollten überwiegend Objekte aus Kunststoff und Metall einen faszinierenden Blick in den Spielalltag jener Jahrzehnte erlauben.

    Erinnert wurde an die Dieselameise ebenso wie an den Berliner Roller, an Lunochod oder an die Straßenbahn Trambino.  Auch Unsere Taktstrasse für die Kinder entführte in die Zeitrealität, wie auch der PKW Wartburg 353 Polizei mit Fernlenkbedienung. Ein Kurzfilm zeigte Funktion, Klang und Bewegung einiger dieser Spieldinge.


LICHTERENGEL (14.11.2014 bis 15.03.2015)

Vom Biedermeier zur Moderne des 21. Jahrhunderts

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    Links: Älteste gedrechselte Form aus dem Annaberger Raum. Das streng taillierte Kleid, weit abgespreizte Arme, der kleine Lockenkopf, die hohlgedrechselte, stark nach hinten geneigte, mit Zacken versehene Krone oder auch die spitzen Schuhe lassen eine Datierung zwischen 1830 und 1850 zu.

    Bekanntermaßen hat die Zeit des späten Biedermeiers die traditionelle erzgebirgische Figur des Lichterengels stark beeinflusst. Solcherart Attribute, wie das Taille betonte Kleid, die Blumenornamentik oder Figurenteile aus „Masse“ sind im 20. Jahrhundert zunehmend modifiziert worden.

    Die klassische gedrechselte Dockenform führte Ende des 19. Jh. oft zur Geradlinigkeit einer gewerblichen Serie, andererseits beförderten Tendenzen des formalen und technologischen Experimentes in den letzten Jahrzehnten die Überzeichnung der Traditionsformen. Materialästhetik und Kompositionen werden ausgetestet und der brauchtumsgeprägte Inhalt der Figur gar neu- oder umgedeutet.

    Die Ausstellung will den faszinierenden Bogen spannen von den Ursprüngen und Ausgangspunkten hin zu modernen Formprinzipien und den bildkünstlerischen Figurenkreationen von heute. Erstmalig wird der gesamte Museumsfundus im Bereich des Lichterengels und der klassischen Schwebeengel einschließlich historischer Entwurfszeichnungen und Modellstudien öffentlich gemacht. Unter den ungewöhnlichen Ausstellungsstücken  finden sich unter anderem Unikate aus den Werkstätten von Dieter Huch (Zwönitz), Knut Dietze oder Heiner Stephani (Olbernhau)


100 Jahre Firma Kellner (17.10.2014 bis 10.04.2015)

Die bunte Welt der Steckfiguren feiert Geburtstag

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    Im Jahr 1915 begann Firmengründer Georg Kellner Teile für Flugzeugmodelle herzustellen und wurde rasch zu einem der wichtigsten Anbieter von Modellspielzeugen. Die bis heute tragfähige und originelle (und immer wieder lösbare) Verbindung von Holzteilen durch Gummiring-Elemente, lies er Ende der 1920er Jahre patentieren. Noch heute sind die damit kreierten „Kellner-Steckfiguren“ im Familienunternehmen eine wichtige Produktmarke und zum europäischen Spielzeugklasssiker geworden. Der „Gärtner Tulpe oder Ruck und Zuck sind in Erinnerung von Generationen. Solcherart Steckfiguren, ab den 1960er auch teilweise aus Kunststoff, wurden bis 1990 produziert und finden in der Gegenwart als neugeformte Bausätze aus buntem Buchenholz immer noch ihr begeistertes Publikum. Zahlreiche Designpreise und der internationale Bekanntheitsgrad bis hin nach Japan sprechen für die originellen Kreationen. Die Sonderausstellung informiert sowohl mit Dutzenden historischen aber auch mit manufakturfrischen Produkten über dieses Jahrhundert bei Kellners.


Das Spielzeug aus der Schachtel (23.05.2014 bis 02.11.2014)

Erzgebirgische Aufstell- und Bausortimente aus 3 Jahrhunderten

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    Prachtvolle Jagden, Tiergärten, Viehweiden, Schäfereien oder gefüllte Archenschiffe gehörten schon vor 1800 zum erzgebirgischen Warenangebot. Die sogenannten Bauereien, darunter auch Szenen der Kleinstadt oder des höfischen Lebens, wurden alsbald zur Spezialität. Verpackt in Kistchen, Kartons, Schachteln, Gazebeuteln und schließlich in der Zündholzschachtel, widerspiegelten jene Sortimente in trefflicher Weise die kulturelle Situation der Epochen. Zur Komplettierung eine Kollektion ordneten damals im Verlagshaus ungezählte Hände die diversen Bestandteile themengerecht ein.


Die kleinste Spielewelt (15.05.2014 bis 31.10.2014)

Miniaturen historischer Gesellschaftsspiele

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    Als Sammlerin von altem Spielzeug fertigt die Nürnbergerin Ursula Michalke seit Jahren Miniatur-Spiele. Der Anspruch ist hoch: Die Miniatur muss dem Vorbild originalgetreu entsprechen und auch im Miniaturformat noch spielbar sein. Die Ausstellung fasziniert nicht nur mit all den Winzigkeiten aus Papier, Pappe und Holz (z.T. reifengedreht), sondern macht zugleich mit der Historie und Vielfalt der Gesellschaftsspiele bekannt.

    Deutschland ist das Land der Spieler, kein anderes Land hat eine so lebendige Spieleszene. Jährlich erscheinen etwa 700 neue Spiele. Sie spiegeln zu jeder Zeit aktuelle gesellschaftliche Vorgänge und den Publikumsgeschmack wider. Mich begeistern, wegen ihrer schönen Grafik, vor allem Spiele von 1900 bis etwa 1950. Es gibt die Klassiker wie „Halma“, „Mühle“ und natürlich „Mensch ärgere Dich nicht“, das 2014 hundert Jahre alt wird und von dem bis heute etwa 90 Millionen Exemplare verkauft wurden. Technische Neuheiten (Zeppelin, Autos, Eisenbahn), wachsende Reiselust und aktuelle Ereignisse beeinflussten die Spieleproduktion.

    Fast alles, was es in der Erwachsenenwelt gab, wurde auch im Kleinen für Kinder produziert. Die Puppenstuben wurden mit dem gleichen Mobiliar und Lampen ausgestattet und in der Puppenküche war an Haushaltsgeräten alles wie in der Küche der Mutter vorhanden. Auch Spielzeug – davon zeugen die vielen erzgebirgischen Miniaturen, gab es in Hülle und Fülle.

    Aber es wurden – meines Wissens – früher keine Miniaturausgaben von Spielen für Puppenstuben und Kaufläden hergestellt. Daher reizte mich diese Aufgabe ganz besonders.

    Für die Herstellung eines Spiels reichen: Fotokarton, Cuttermesser, guter Kleber, eine immer stärkere Lesebrille und gute Nerven. Die Miniaturen haben eine Größe zwischen 40 – 60 mm, je nach Größe des Originalspiels. Bei den Spielsteinen und -figuren war ich zunächst ratlos. Bis etwa 1940 waren die Spielfiguren häufig aus Zinn, was mir technisch nicht möglich war.

    In Seiffen fand ich das ideale Umfeld für die Lösung, besonders bei den Reifendrehern: Kleinste Katzen, Gänse, Seifenkisten, springende Pferde. Bei den winzigen Mäusen und dem Schweif für die Pferde habe er beim Drehen die Luft angehalten, erklärte er mir. Spielsteine fand ich beim Drechsler, aus kleinen Ärmchen wurden z. B. (unten abgeschliffen) Halmakegel, winzige Autorädchen ergaben wunderbare Dame- und Mühlesteine. Auch das Spielzeugmuseum Seiffen half mir, als ich nirgendwo die Tannen in der richtigen Größe für ein Winterspiel fand. Mittlerweise sind auf diese Weise etwa 90 verschiedene Miniaturspiele entstanden.

    (Ursula Michalke, Nürnberg 2014)


EMIL HELBIG. Zum 130. Geburtstag. (16.11.2013 bis 05.04.2014)

Nicht nur große Dinge sind es, die uns Freude bereiten, das Herz kann sich auch weiten an Kleinigkeiten.

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    Die Silhouette prägnant; Schnitzflächen formen Räumlichkeit, zart aufgetragene Farben lassen Freiraum für das unbehandelte Holz. So wirken sie, die Arbeiten aus der Werkstatt Helbig in Grünhainichen. Die Firma wurde vor 80 Jahren von Emil Helbig gegründet und gilt als eine der ältesten noch existierenden Schnitzwerkstätten im Erzgebirge. Künstlerisch talentiert erlernte Helbig den Beruf eines Holzbildhauers, absolvierte bis 1919 drei Semester an der Dresdner Kunstgewerbeschule und fand eine Anstellung an der Meißener Porzellanmanufaktur. Hier entdeckte ihn Professor Alwin Seifert, damals Direktor der “Spielzeugfachschule Seiffen”, der ihn nach Seiffen holte und ihn 1922 zur Mitarbeit an der Grünhainicher Fachschule bewog. Die junge Familie Emil Helbigs zog von Chemnitz nach Grünhainichen. Das Signet der 1933 gegründeten eigenen Werkstatt, ein stilisiertes H in einem mit dem Stern geschmückten Krippenhaus, verweist noch heute auf die damaligen Ursprünge und Bindungen. Die Schnitzerei hat sich in ihrer Vielfalt und handwerklichen Art auch unter Sohn Walter Helbig kaum verändert. Als Emil Helbig im Alter von 92 Jahren starb, hatte er die Umwandlung seiner Werkstatt in eine “volkseigene” Betriebsstätte noch miterlebt. Neu gegründet im Jahre 1991 wird im Familienunternehmen die Schnitztradition fortgesetzt. Die Ausstellung informiert mit Hunderten von, teilweise in der Öffentlichkeit unbekannten Exponaten über die künstlerische Entwicklung und Vielgestaltigkeit.


Claus Leichsenring. Eine Ausstellung zum 70. Geburtstag (15.07.2013 bis 30.10.2013)

Buchautor und Bildschnitzer, Männelmacher und Sammler.

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    Claus Leichsenring ist wohl vor allem als volkskundlich Forschender und Autor bekannt. Seit Jahrzehnten veröffentlicht er das von ihm erkundete Wissen in Zeitschriftenbeiträgen, Texten für Heimatkalender, eigenständigen Broschüren und Büchern, so dass er auf eine außerordentlich umfangreiche Publikationsliste verweisen kann.

    Mit drei Themen hat sich Claus Leichsenring besonders intensiv beschäftigt: den erzgebirgischen Weihnachtspyramiden, den Heimat- und Weihnachtsbergen und den erzgebirgischen Massefiguren, zu denen er jeweils ein eigenes Buch vorlegte. Dazu gehören das Studium von Archivbeständen, das Befragen von Herstellern oder ihren Nachkommen, die Recherche in Museums- und Privatsammlungen. Erst dann gilt es aus all dem erlangten Wissen das Bild zu formen, das den Leser umfassend über ein Thema, zum Beispiel die Geschichte und Vielfalt erzgebirgischer Weihnachtspyramiden, informiert.

    Zugleich wird Claus Leichsentring auch als Sammler alter erzgebirgischer Volkskunst vorgestellt. Seine Sammelgebiete sind vielfältig, im besonderen Maße berühren sie aber die Themen, mit denen er sich als Volkskundler beschäftigt. Oft waren es erst die von ihm in vielen Jahren zusammengetragen Objekte, die ihm den Erkenntnisgewinn ermöglichten. Claus Leichsenring beschäftigt sich auch ganz praktisch mit der von ihm erforschten Volkskunst, in dem er die Technologien der Altvorderen auch vielfach durch eigenes Probieren erkundet. Dies hat er den meisten anderen volkskundlich Forschenden voraus. So ist Claus Leichsenring selbst von Zeit zu Zeit ein „Männelmacher“, wenn er in Anlehnung an Figuren des Seiffener Raumes „Männeln“ drechselt und bemalt, wenn er Formen schnitzt, um mit ihnen anschließend die Kunst der Massefigurenherstellung zu erproben.

    Claus Leichsenrings bildhauerische Holzarbeiten muss man eher in der langen Tradition der Bildschnitzer und Holzbildhauer verorten, denn in der herkömmlichen erzgebirgischen Feierabendschnitzerei, deren Formensprache er bald hinter sich ließ. Waren es zuerst kleine, vollplastische Figuren und Figurengruppen in Alltagsszenen (meist aus Eichenholz), welche Claus Leichsenrings Bewunderung für das Werk Ernst Barlachs durchscheinen lassen, so schuf er später dann auch größere Plastiken, die auf eine Art Stele oder Torso reduziert sind.

    (Textabschnitte aus der Rede von Joachim Riebel zur Ausstellungseröffnung)


internationales spielzeug design (10.05.2013 bis 16.04.2014)

zur modernen gestaltung hölzerner spielmittel

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    Die Ausstellung zeigt Beispiele künstlerisch gestalteter Holzspielsachen der jüngsten Vergangenheit. Neben den Objekten erzgebirgischer Fertigung werden Designarbeiten verschiedener internationaler Künstler vorgestellt. Dankenswerter Weise wurden u.a. von der Firma HABA Steckspiele, Endeckersteine, Greiflinge u.a.m (Hersteller: Habermaaß GmbH, Bad Rodach) der Ausstellung gewidmet. Die Designerin vieler dieser Objekte, Ines Frömelt,  hat schon mehrfach Auszeichnungen erhalten, u.a. Sächsischer Staatspreis und viele 1. Deutsche Design-Preise Holzspielzeug. Auch von der Firma Naef (Schweiz) sind in aller Großzügigkeit beeindruckende Design- und Spiel- Objekte zur Verfügung gestellt worden. Zu sehen sind u.a. Imago, Design: Heiko Hillig, 1999 (Die farbige Version wurde speziell für einen japanischen Kunden produziert) und Op-Tric-Set, Design: Heiko Hillig, 2000, Hersteller: Naef Spiele AG, Zofingen (Schweiz). Die Bau- und Spielsätze BRUNO bzw. FAMILIE ÜBERMUT von Kellner Steckfiguren beeindrucken und erinnern an die jahrzehntelange Tradition solcher Bausortimente. Zu sehen sind zudem bundesweit bzw. international mit Auszeichnungen gewürdigte Spieldinge. Vertreten sind namhafte europäische Hersteller wie auch erzgebirgische Designer mit internationalem Ruf. Darunter Gerd Kaden und Ronald Lesselt, hier im Gespräch vor den Objekten. Zu nennen hier ist das Spielzeug schneckSTEIN , Design: Ronald Lesselt, Deutsche Designpreis Holzspielzeug 2004, Hersteller: SINA Spielzeug, Neuhausen. Das ästhetische Spiel- und Gestaltungsset CARO, ein Strategiespiel mit Holzgelenkpuppen, wird in der Schau ausführlich gewürdigt. Es setzt Maßstäbe in Gestaltung und Spielidee. Design: Annedore Krebs, Grünhainichen gestaltet 2009, Sächsischer Staatspreis für Design 2009. Pisaturm im Eimer: Mit hundert Teilen (12 Scheiben und 88 Rundstäben) kann ein Turm gebaut werden. Die Terrassenlandschaft (Kugelbahnlandschaft) und Der grüne Baum - Baukasten aus zylindrischen Säulen mit schrägen Anschnitten sowie Die Akrobaten - 6 Spielfiguren aus Hartholz zum Legen, Reihen, Bauen und zum Balancieren, all das sind Klassiker aus dem Hause KADEN&KADEN, Neuhausen. Die Spielfiguren mit der eigenwilligen und spielfördernden Gummifadenkonstruktion, hier Das Krippenspiel und „Das Ritterspiel“, wurden 2003 für den Deutscher Designpreis Holzspielzeug nominiert. Design: Professor Gerd Kaden ,Hersteller: Kaden & Kaden, Neuhausen.


60 Jahre Sammlung - 60 Jahre Dokumentation (15.04.2013 bis 11.03.2014)

Jubiläumsausstellung zum Museumsgeburtstag

› Ausstellungsdokumentation
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    Insgesamt 60 einzelne Exponate oder Exponategruppen erzählen, stellvertretend für jedes vergangene Museumsjahr, die Sammlungsgeschichte des Hauses. Der sichtbare Zeitgeist dieser Objekte und die jeweilige Dokumentation der im Jahre 2013 mehr als 22.500 Inventarnummern umfassenden Sammlung, sind von besonderem Reiz...1963: Die PGH „Seiffener Volkskunst“ gibt einen Bastelbeutel heraus. Ein sogenannter Werdegang eines Reifentieres, das zugehörige Schnitzmesser und eine Anleitung bieten die Möglichkeit, sich selbst an der Fertigung reifengedrehter Figuren zu versuchen. 1967: Das Museum erwirbt kunsthandwerklich gefertigte Spieldinge und Schmuckgegenstände aus Stroh. Die Herstellerin Liselotte Lange (Cainsdorf bei Zwickau) hat sich in dieser Weise im Bereich der Strohgestaltung einen Namen gemacht und auch Anleitungen zu solchen Arbeiten publiziert. 1970: Unter der Rubrik Spielzeughäuser sind eine Anzahl von modellhaften, aus Pappe gefertigten Gebäude aus der Produktion von Alfred Krutzsch (Lengefeld) in die Sammlung gekommen. Viele Häuser enthalten eine Verpackungsmöglichkeit. Der einstige Verwendungszweck ist noch nicht genau geklärt, vermutet wird der Export als Luxusverpackung. 1975: Mit der Umgestaltung eines Teils der Dauerausstellung beeinflusste um 1975 vor allem auch die moderne industrielle Formgebung und industrielle Fertigung das Sammlungs- und Dokumentationskonzept. Sogenannte Werdegänge und didaktische Schausortimente waren geeignet, um den modernen Fertigungsprozess, u.a. die sogenannte elektrostatische Beflockung, darzustellen. Heute zählen diese Objekte zu den wichtigen historischen Zeitzeugen...


Weihnachtliche Kostbarkeiten (18.11.2012 bis 30.03.2013)

Krippen, Leuchter und Pyramiden aus dem Museumsfundus

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    Die Schau widmet sich besonders den Stufen- und Stockwerkspyramiden, den barock anmutenden Ketten- und Spinnenleuchtern und den originellen Schwebeengeln. Schauen, Träumen und Staunen gehören zum Ausstellungsrundgang besonders bei den Krippenszenen. Nach 1900 sind zur Bestückung von großen Pyramiden gern Figuren von Karl Müller verwendet worden.  Massefiguren, Papier- und Zinnarbeiten, aber auch Entwürfe und Muster der Spielzeugfachschulen bereichern die Exposition. So auch jene Krippe, welche auf der Krippenschau 1934 in Aue besonderes Aufsehen erregte. Stilmarkmale finden sich in Schülerarbeiten wieder, die als Bauern- oder Waldkrippe zur Ausbildung gehörten - im Dreiklang von Konstruktion, körperhafter Schnitzerei und der Drechselei! Vornehmlich sind Exponate zu sehen, die bisher kaum öffentlich gezeigt wurden, darunter Edelholzkrippen der Seiffener Werkstatt Ehnert.


Figuren, Spielzeug und Laternen (20.10.2012 bis 08.06.2013)

Ausstellung anlässlich des 75. Todestages und des 140. Geburtstages von Professor Alwin Seifert

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    Alwin Seifert (1873 - 1937), Fachschuldirektor in Seiffen und Grünhainichen in den Jahren 1914 bis 1933, formulierte einst als Credo seines kunstgewerblichen Anspruchs: Wahrung der Tradition und innerhalb der Tradition Fortschritte nach neuzeitlichen Begriffen. Beibehalten der gesunden, natürlichen realistischen Form, soweit sie durch die Technik bedingt ist. Bevorzugung der volkskünstlerischen Handarbeit gegenüber der rein maschinellen Fabrikation. Alwin Seifert hinterließ eine Reihe bemerkenswerter Aufsätze und Vorträge, die seine Bemühungen und gestalterischen Ansätze für Spielsachen deutlich werden lassen. Die Technologien des Drechselns oder des Schnitzens zu beherrschen, sei Voraussetzung und Gestalterisches komme hinzu. Modische Trends, Sentimentales oder Kitschiges waren ihm fremd. Unter Leitung Alwin Seiferts enstanden in Anlehnung an frühere, stilisierte Formen zahlreiche, wieder neu belebte Variationen des gestochenen Spanbaumes. Zugleich wurde dem gedrechselten Lockenspan bei Baum und Blume und der Entwicklung der „Mettenlaterne“ große Aufmerksamkeit zuteil. 1920 öffnete schließlich unter Alwin Seifert das erste Spielwarenmuseum in Seiffen seine Pforten; als das einzige Spielzeug-Museum im ganzen Sachsenlande , wie es damals in der Presse hieß. Erinnern sollte man auch daran, dass aus der gestaltenden Hand von Alwin Seifert u.a. verkleinerte Altspielzeuge, Weihnachtsfiguren und Krippenformen stammen, die seit den 1930er Jahren besonders in der Borstendorfer Werkstatt von Rudolf Ender (1898-1986) gefertigt wurden.


Spiel - Bau - Stein (17.11.2011 bis 28.10.2012)

2 Jahrhunderte erzgebirgische Baukästen und Konstruktionssysteme

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    Über die Anfänge der Baukastenproduktion im Erzgebirge ist wenig bekannt, das Waldkirchner Musterbuch um 1850 zeigt bereits einen Baukasten. Nach 1860 war es vor allem der Ort Blumenau, der die Entwicklung bestimmte. Hier entstanden innerhalb weniger Jahrzehnte bedeutende Fabriken, u.a. 1860 die Baukastenfabrik E. Reuter, 1873 die Fabrik Carl Fritzsche, 1878 die von Louis Engel & Co. Zu einem Merkmal der Blumenauer Herstellung wurden farbig geprägte bzw. durch Rollendruck gefertigte Fassaden-Baukästen. Darin fanden sich oft Fenster, ursprünglich mit aufwendig bemaltem Glas, später mit in Pappprägung gehaltenen Kunststoff-Folien.

    Die Fabrik S. F. Fischer in Oberseiffenbach hat einen anderen Ausdruck hervorgebracht und ihre spezielle Richtung durch Fröbel´sche Anregungen und dessen Spielgaben entwickelt. Nach 1910 ergänzten kleinteilige Themenbaukästen, später Beschäftigungsmaterialien das Sortiment. Als Exot gilt die Firma P. B. Frosch, die um 1900 in Heidelberg bei Seiffen gewirkt hat. Die Sonderausstellung zeigte vielfältige Baukästen, Konstruktionssysteme und Legespiele aus Holz, wobei im Mittelpunkt die Fabrikationsgeschichte der Oberseiffenbacher Produktionsstätte S.F.Fischer steht, die 1850 mit der Herstellung von Holzbaukästen begann und an deren Standort bis 1990 produziert wurde. In der Ausstellung wurden auch erzgebirgische Baukasten-Manufakturen der Gegenwart vorgestellt.



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