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Erzgebirgisches
Spielzeugmuseum Seiffen mit Freilichtmuseum
A
K T U E L L E I N F O R M A T I ON |
| ARCHIV
VON PRESSE-MITTEILUNGEN |
12.10.2006
Ich
bin ein kleiner schwarzer Rüpel...
PLAUMENTOFFEL-GESCHICHTEN
Für
den Sammler und Forscher Roland Hanusch aus Freital steht seit 1985 die
besondere Brauchtumsfigur des "Pflaumentoffels" im Mittelpunkt seines Interesses.
Bis heute ist er auf der Suche nach all jenem, was mit dem Phänomen
der Pflaumenfigur zusammenhängt. Inzwischen sind die Ergebnisse seiner
Entdeckungsreisen in das Reich des „Zwetschgenmannes“ in vielen seiner
Hefte öffentlich gemacht. Als ehemaliger Lehrer hat er sich sowohl
aus volkskundlicher als auch aus volkskünstlerischer Sicht mit der
Thematik
beschäftigt. Sein Spezialarchiv hat sich dabei nicht nur mit Varianten
des Pflaumentoffels gefüllt, sondern umfasst Objekte aus Holz, Metall,
Glas oder Pappe, historische Fotografien, Postkarten, Zeichnungen, Gebasteltes
und Gedichtetes. Mehrmals bereits haben Museen dankbar seine Sammlung für
Sonderausstellungen genutzt. In der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener
Spielzeugmuseum ist nun bis Ende März 2007 eine vielgestaltige, außergwöhnliche
Ausstellung zu sehen. Nahezu 100 verschiedene Exponate zur Entstehung und
Bedeutung des Pflaumentoffels haben aus den Kartons und Regalen des Sammlers
ihren Weg ins Museum gefunden: Originale Backobstfiguren aus Dresden, Nürnberg
oder München, ihre hölzernen Kollegen aus erzgebirgischen Werkstätten,
Gebasteltes und Hintersinniges von jungen und alten Liebhabern dieser Glücksfigur.
Zur Ausstellung erscheint das Heft 19 der Schriftenreihe des Seiffener
Spielzeugmuseums, in welchem der Sammler ausführlich über die
Pflaumentoffel-Historie in Texten und Bildern berichtet.
8.06.2006
Schachteln, Kästen,
Dosen
Ausflug
in die Verpackungsgeschichte
Im
Museumsfundus ist eine Sammlungskategorie mit der Bezeichnung “Behältnisse:
Teller, Dosen, Kästchen, Spanschachteln u. ä.” eingerichtet.
Über 100 Exponate verschiedenster Herkunft und Machart sind da zusammengetragen,
von einem zerbrechlichen, gebeizten Miniaturspanchächtelchen
über eine von Carl Reissmann/Thüringen um 1900 kunstvoll bemalte
Luxusschachtel bis hin zu dekorativ geschmückten Schülerarbeiten
der ehemaligen Fachgewerbeschule. Die dieser Kataloggruppe zugeordneten
Dinge - sie sind ohne Inhalt - stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung.
Schachteln und Kästchen haben dabei immer auch eine eigene ästhetische
Identität: gespantes, gebogenes, geflochtenes Holz, gefügte Brettchen,
eine perfekte Politur einer Deckelfläche, die Textur einer Schachtelwand,
das getupfte Randornament oder eine plastische Punktereihe... Diese Behältnisse,
wie auch weitere hunderte mit Spielzeugen und kunstgewerblichen Objekten
gefüllten Schachteln und Verpackungsvarianten des Gesamtfundus´s
des Seiffener Museums, verweisen darauf, dass sich in der über 200jährigen
Geschichte des erzgebirgischen Spielzeuges die Problematik des Verpacktwerdens
und Verpacktseins sehr unterschiedlich gestellt hat. Technologische, wirtschaftliche
und kulturelle, mitunter selbst spielzeugimmanente Gesichtspunkte haben
dabei zu unterschiedlichsten Lösungen geführt.
11.2.2006
Der Siegerländer
Hauberg
Seiffener Museum präsentiert
eine Regionalgeschichte aus dem Siegerland
Mit über 50 historischen
Objekten und zahlreichen Fotodokumenten ist ab 11. Februar 2006 die Partnergemeinde
des Spielzeugdorfes Seiffen, die Stadt Hilchenbach, in der GALERIE IM TREPPENHAUS
im Seiffener Spielzeugmuseum zu Gast. Unter der Überschrift "Der Siegerländer
Hauberg" wird eine für die Hilchenbacher Region einst typische Wald-,
Weide- und Holznutzung vorgestellt. Zu den verbindenden historischen Faktoren
zwischen dem Erzgebirge und dem Siegerland zählen bekanntermaßen
der Bergbau und eine intensive, geregelte Forstwirtschaft. Die kleine Ausstellung
beschreibt mit Zeugnissen des Handwerks und der Hauswirtschaft diese Besonderheiten
im Siegerland. Haubergsverordnungen und ihre wirtschaftlichen Umstände
und Folgen waren für Hilchenbach noch weit ins 20. Jahrhundert hinein
von Bedeutung. Erst 1975 wurden die letzten Siegerländer Haubergsordnungen
von 1879 aufgelöst.
Holz,
Stroh und Luffa
Handwerkliche
Traditionen authentisch vorgeführt
Holzhandwerk
pur ist das Motto in mehreren Stuben und Werkstätten am Samstag, den
9. September 2006 - 9 bis 17 Uhr, wenn Schindeln gespalten, Butterformen
gestochen, Reifenvieh gekreidet, Birkenruten zu Besen gebunden oder Holzröhren
gebohrt werden. Im Spielzeugmacherhäuschen entstehen in althergebrachter
Weise Pferd und Wagen, wird mit Warmleim gearbeitet und mit einer
besonderen "Masse" modelliert. Dieser besondere Werkstoff steht auch im
Mittelpunkt des heimischen Figurendrückens. Traditionsgemäß
ist das Herbstprogramm im Freilichtmuseum besonders auf dörfliche
und bäuerliche Arbeiten orientiert. So wird wieder die alte, mit Wasserkraft
betriebene Dreschmaschine in Benutzung genommen. Beeindruckend ist
das ratternde "Ungetüm" schon, das da fest im Balkenwerk der Scheune
verankert und wie auch die "Windfege" über ein pfiffiges Schnurensystem
mit dem Wasserrad verbunden ist. Hier tut auch eine uralte, mechanisierte
Leinölquetsche
ihren Dienst. Ab Mittag wird zugleich nach überlieferter Art gebuttert
- die Ausstellung im Wohnstallhaus erläutert weitere bäuerliche
Lebensbereiche. Eindrucksvoll für Freunde rustikaler Technik dürfte
zugleich das alte Sägewerk sein, in welchem alle 4 verschiedenen Sägetypen
in Betrieb genommen werden. Freuen darf man sich ebenfalls auf eine Chemnitzer
Puppenmacherin und einen Thüringer Wanderschmied. Gemütlichkeit
und häusliche Atmosphäre erwartet die Gäste, wenn die "Schenk-Familie"
erzgebirgische Stubenmusik erklingen lässt. Auch bei den Klöpplerinnen
im Bergmannshaus könnte es Zeit zum gemütlichen Plausch geben.
Uralte Techniken beleben die "Bäumelmacher", welche Varianten von
zarten Luffa- und Drahtbindebäumchen entstehen lassen. Für Kinder
ist zugleich die historische Kegelbahn eingerichtet, und am typisch erzgebirgischen
Doppeladler,
gefertigt nach altem Vorbild, findet ein Kindervogelschießen statt.
Die Malerwerkstatt ist wieder eingerichtet, in der nach historischen Schablonen
- einst für die Ausschmückung der Stuben und Kammern gedacht
- selbst eine Dekorkante aufs Papier gebracht werden kann. Wer Durst und
Hunger verspürt, kann sich an gesunder Hausmannskost versuchen.
Spielzeug
aus Papier
Ausschneidebögen,
Tischtheater und andere Objekte aus Papier und Pappe
Zu einer kurzweiligen Reise
durch die Welt des Papierspielzeuges ist ab 13. Oktober 2005 ins
Seiffener Spielzeugmuseum eingeladen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Figuren
und Szenen des klassischen Papiertheaters, Solcherart Kindertheater sind
um 1900 in großer Vielfalt - mit Kulissenbilder sowie kindergerechten
Textheften - besonders vom Verlag J. F. Schreiber in Esslingen herausgegeben
worden. Auch das Programm der Seiffener Ausstellung ist bunt: Rotkäppchen
neben Doktor Faust und Dornröschen neben den Räubern! Zugleich
wird der historische Bezug zu Guckkastenbildern und phantasievollen Ausschneidebögen
hergestellt. Tiefen- und Aufstellszenen erlaubten einen Blick in ferne
Länder und Städte und auf Kuriositäten. Die wandelbare Puppe
aus Papier für Mädchen oder die Silhouettenfiguren mit Soldaten-,
Eisenbahn- oder Bauernhofmotiven für Jungen waren einst um ein vielfaches
billiger als die Entsprechungen aus Holz oder Zinn. Wie wunderbar mag es
gewesen sein, mit einer exotisch gekleideten Figurengruppe die “Reise um
die Erde in achtzig Tagen” zu inszenieren - oder dem dreidimensionalen
Papiermodell eines maurischen Landhauses die Papierminiatur des “neuen”
Reichstagsgebäudes hinzu zu stellen. Natürlich gehören Weihnachtskrippen,
Weihnachtskalender und allerlei Hampelmänner aus Pappe zur Ausstellung
in der GALERI IM TREPPENHAUS dazu.
SPIELzeugmuseumsNACHT
Veranstaltung
mit Musik, Spiel und musealem Allerlei trug das Motto:
Museum
mal ganz anders
Am
Samstag, den 25. Juni 2005, hatte ab 18.30 Uhr das Spielzeugmuseum
Seiffen zur 3. besonderen Museums-Spiel-Nacht eingeladen. Das Motto des
Abends versprach wieder Überraschendes rund um das Thema SPIEL und
sollte die Museumsräume in einer ungewohnten Weise erleben lassen.
So konnten alle Gäste ganz SPIELerisch selbst ihr persönliches
Sandmännchen-Souvenir herstellen. Das Drehorgelensemble “Familie Reuter”
hatte ab 20.00 Uhr mit einem internationalen ”PfeifenSPIEL” erfreut. Der
Abend wurde begleitet Vorführung alter Schwarzweiß-Streifen,
die in die sächsische Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts
entführten. SPIELfakten und Daten zum Erraten bildeten ein buntes
Programm, traditionell hatte das Museumsquiz der besonderen Art reizvolle
Fragen. Nach der Auswertung gegen 22.30 Uhr wurden den Gewinnern wertvolle
Preise übergeben. Der Abend wartete mit zwei weiteren Premieren auf:
21.30 Uhr ertönt Musik am Mannborg-Harmonium, einem geschichtsträchtigen
sächsischen Instrument von 1910/15. Gegen 22.10 Uhr kam es schließlich
zur Uraufführung des FigurenSPIELs “Die Katze”. Die virtuelle Bildercollage
mit Texten basiert auf Drechselstücken von Max Körting. Zur Museumsnacht
SPIELten selbstverständlich kulinarische Genüsse eine Rolle.
08.06.2005
4
Wände und 1 Dach
Über 300 Einzelhäuschen
sind derzeit in der Treppenhausgalerie zu sehen. Ursprünglich war
mit dem Aufkommen der erzgebirgischen Spielwarenherstellung vor allem im
nördlicher gelegenen Gebiet Waldkirchen/ Grünhainichen die sogenannte
„Architekturwaare“, also Burgen, Häuser, Kaufläden, Baukästen
u.a. m. in der Fertigung. Der Chronist K. A. Engelhardt berichtet
1804 in „Merkels Erdbeschreibung“ die Zunahme und weite Verbreitung offenbar
kleinerer kubischer und brettchenhafter Spielsachen auch im Seiffener Raum,
in welchem traditionell eher gedrechselte Sortimente vorherrschten. Alle
großen Spielwaren-Musterbücher des 19. Jahrhunderts enthalten
mannigfaltige „Füll- und Schachtelwaren“, in denen die unterschiedlichsten
Qualitäten an Häusern zu finden sind. Die Spannweite reicht von
flachen Silhouetten, die lediglich als Hintergrundstaffage zu nutzen waren,
bis hin zu detaillierten, maßstabgetreuen Architekturmodellen, die
kaum für die spielende Kinderhand geeignet zu sein scheinen. „Schweizer
Häuser“, teilweise als Kostbarkeiten in Holzkistchen verpackt, gehörten
oft zur sogenannten „weißen“ Ware, naturbelassen bzw. mit wenigen
Dekorationselementen beklebt. Seltsam muten die aufwendigen großen
Haus- und Schlossmodelle der Lengefelder Firma Alfred Krutzsch an. Sie
sind um 1900, extra in jeweils angepassten Holzschiebekisten verpackt,
für den Englandexport gefertigt worden. Jedes der Bauwerke nimmt Bezug
auf ein Original (Goethe-Haus Weimar, Schloss Mittwitz Oberfranken, Dürerhaus,
Bratwurstglöcklein usw.) und enthält im Inneren eine Verpackungsmöglichkeit,
deren Bewandtnis noch ungeklärt ist. Mit dem Aufkommen der Kartonagenfabrikation
nach 1870 war es oft günstig, die aufwendigen, materialintensiven
Holzhäuschen mit Pappteilen zu ergänzen oder durch bedruckte,
geprägte, gestanzte Papphäuschen zu ersetzen. Von Alfred Krutzsch/Lengefeld
stammen die großformatigen Papp-Festungen und Fachwerkhäuschen.
Mit der Entstehung der Miniaturspielzeuge verbreitete sich vielfach die
Verwendung von Gummistempeln und geklebten Fenstern, Türen usw.
Es bereitet bis auf Ausnahmen, wie etwa der Häuselmacher Arno Pflugbeil
(1894-1978), Otto Ludwig Frohs (1902-1956), Paul Arthur Gläßer
(1880-1971) oder Max Schalling (kleine Vollhäuschen um 1930), derzeit
noch größere Schwierigkeiten, allen Häusern die korrekte
Herstellerfirma und eine genaue Datierung zu zuweisen. Hilfsmittel dürften
bei genauer Recherche übereinstimmende Stempelungen oder Farbigkeiten
sein, wie etwa bei Hans Hübsch (1906-1977), dessen Stempelsatz und
Reste der Fertigung um 1950 erhalten sind. Die oft so bezeichneten „Bindfadenhäuser“,
um 1930 bis 1940 gemeinsam mit Seiffener Miniaturspielsachen im Handel,
werden dem Dresdner Max Koallick zugeschrieben, der offenbar als Zubrot
aus Zigarrenkistenholz attraktive, individuelle Spielzeughäuser fertigte,
deren Kennzeichen die hohlgestalteten, mit Bindfäden als Fenstersprosse
gearbeiteten Fenster sind.
14.04.2005
DIE
1960ER - Erzgebirgisches Spielzeug und Kunsthandwerk
im Wandel
Jahressonderschau vom
14. April bis zum 2. November 2005
Auf 50 Vitrinenböden
sind Objekte aus dem Zeitraum zwischen etwa 1958/1960 und 1970 zu sehen,
die in diesen Jahren in den erzgebirgischen Handwerksbetrieben oder Manufakturen
entwickelt oder neu in die Herstellung genommen wurden. Die Überblicksausstellung
mit teilweise noch nie in der Öffentlichkeit präsentierten Objekten
zeigt u.a. auch, dass sich damals bei vielen Produzenten des “Spielzeuggebietes”
Veränderungen im Sortiment vollzogen. Manches Ausstellungsstück
macht deutlich, wie in dieser Zeit mitunter ein Wechsel vom eigentlichen
Spielzeug hin zum Gebrauchsschmuck, hin zu weihnachtlichen oder österlichen
Dingen stattgefunden hat. Neue Spieldosen, Rauchmannkollektionen und Stabpyramiden
gehören ebenso dazu wie dem Zeitgeist entsprechend überarbeitete
Puppenservice, Kerzenhalter oder Osterszenen. In der Ausstellung werden
die verschiedenen Seiten dieses zeittypischen Wandels vorgestellt - zugleich
aber auch die beeindruckende Kreativität und der Erfindungsreichtum
des erzgebirgischen Handwerks und der Mittelstandsbetriebe. Typisch für
die Epoche der 1960er sind auch Motive des Sandmännchens, geschwungene
Puppenmöbel der Nierentischzeit, Miniaturspielsachen zum DDR-Alltag,
der Einsatz von Kunststoff, Baukästen des “Neuen Bauens” oder
moderne Sandfahrzeuge. Einige damalige Hersteller sind mit Entwürfen,
Modellen oder nicht produzierten Mustern vertreten. Manche Werkstatt zeigt
Firmenunterlagen aus jenen Tagen - vom Brief- und Rechnungsbogen bis hin
zu Werdegängen und Schablonen.
03.02.2005
DIE
GOLDENE CHOCHLOMA
Die kleine Ausstellung in
der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener Spielzeugmuseum widmet sich wieder
einmal einem speziellen Thema. Die Exposition beruht auf Schenkungen aus
Semjonow und Stücken des eigenen Museumsfundus. Die Region um Nishni
Nowgorod ist traditionell eine Landschaft mit reicher Volkskunst und einer
interessanten Spielwarenfertigung. Im Zentrum der Museumsschau stehen mehr
als 70 Objekte der sogenannten “Chochloma Malerei”. Nicht genau bekannt
ist, wann erstmals versucht wurde, die dekorative blumige Malerei auf Holzgegenständen
mit einer lackartigen Isolier- und Schutzschicht, ähnlich einem Ölfirnis,
durch Erhitzen dauerhaft haltbar zu machen. Bei diesem wohl bereits im
17. Jahrhundert in den Dörfern rund um Nishni Nowgorod verbreiteten
Verfahren wurde zudem erreicht, dass die mit einer Ölfirnischicht
überzogenen metallenen, silbrigen Farben einen leuchtenden glänzenden
Goldton erzeugen. Das Verfahren der Schichtungen von Öllacken und
das “Brennen” bei über 100 °C macht die Löffel, Schüsseln
oder Schalen “wassertauglich” und vieles kann im Haushalt praktisch verwendet
werden. Der wesentlichste Handelsort dieser “Goldmalereien” war das große
Dorf Chochloma am linken Flussufer, das den Erzeugnissen schließlich
den Namen gab. Neue Muster und Motive beleben bis heute den Absatz und
den Export ins Ausland. Jede Malerin gestaltet die erlernten floristischen
Grundmuster freihand im eigenen Stil, folgt natürlich bei seriellen
Arbeiten dem gewünschten Gesamteindruck und dem ausgewählten
Grundmotiv. Dazu zählen Beeren, Blätter, dünne Halme, Ranken
usw. Die drei ausgestellten kostbaren “Autorenarbeiten” sind schließlich
ein völlig eigenständiges, unikates, immer wieder neu ornamentiertes
Produkt, dass dann vom “Autor” (zumeist also von der Autorin) signiert
wird. 1916 wurde in Semjonow eine Kunst- und Holzhandwerksschule gegründet,
in der noch heute mehr als 100 Schüler allseitig handwerklich und
künstlerisch gebildet werden. Die Schülerarbeiten in der Ausstellung
beeindrucken durch hohe Qualität und stehen im kunsthandwerklichen
Sinne den Produkten der Serienfertigung kaum nach. Neben der obligatorischen
Matrjoschka sind es auch 14 wundervolle Spielzeuge, die die Aufmerksamkeit
verdienen. Dieses Axt- und Brettspielzeug aus dem kleinen Dorf Fedossejewo,
aus glatten Brettchen zusammengenagelt, mit leuchtend gelber Farbe grundiert
und mit feinen Zweigen, scharlachroten Blumendekoren und grünen Blattwerken
verziert, ist noch bis weit in die 1980er Jahre von einer Familie gefertigt
worden. Fotodokumente aus dem Jahr 2004 umrahmen aussagekräftig die
noch bis Ende Mai laufende Ausstellung.
Heute,
am 14. Oktober 2004, konnte, seit seiner Gründung im Jahr 1953,
im Erzgebirgischen Spielzeugmuseum Seiffen der
9 Millionste Besucher feierlich begrüßt werden. Die
Jubiläumsgäste, Frau Sylvia Klemm und ihr Sohn Leon aus Pfaffroda,
der schon lange das Spielzeugmuseum wieder einmal besuchen wollte, erhielten
neben den Glückwünschen des Museums und seines Fördervereins
besondere Geschenke: Die traditionsreiche Manufaktur Emil A. Schalling
aus Seiffen stellte ein prachtvolles Engel- und Bergmannspaar zur Verfügung
und das Hotel "Buntes Haus" Seiffen lädt kostenfrei zu einem "Spielzeugerlebnis-Wochenende"
ein.
07.10.2004
ZINN.
Metall & Kunsthandwerk
In der GALERIE IM TREPPENHAUS
präsentieren sich in einer kleinen Sonderausstellung (7.10.04 - 31.01.05)
Exponate der eigenen Zinngefäße-Sammlung. Viele Krüge,
Teller und Schalen tragen Signaturen und eine Datierung. Die meisten Stücke
stammen aus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Als eher selten sind reich
gravierte Kannen und Tischgefäße um 1835 anzusehen. Gleichsam
dem Gebrauchsgut gegenüber gestellt sind in der Exposition die zinnernen
Miniaturgeschirre, die späterhin Puppenstuben und Kaufläden ausgestattet
haben. Zinn hat im einstigen "Zinnseifen" (heute das Spielzeugdorf Seiffen)
einen besonderen Klang, da es über Jahrhunderte die Grundlage bergmännischer
Aktivitäten geboten hat. Schrift- und Bildtafeln verweisen daher auf
diese historischen Bezüge. Das Metall Zinn schließlich als Material
für die Spielzeugfertigung findet in Form von Zinnfiguren und Zinnzubehör
seinen Ausdruck. Beispiele zum Zinnguß, einschließlich der
Formen und einzelner Arbeitsbelege, ergänzen die Schau. Attraktiv
sind zwei Dioramagruppen mit figürlichen Miniaturen.
25.05.2004
Vom
Miniaturspielzeug zum Mettengänger
Zum 100-jährigen Bestehen
der Familienwerkstatt Leichsenring
in Seiffen zeigt das Spielzeugmuseum über die Sommermonate hinweg
eine Sonderschau in der GALERIE IM TREPPENHAUS. “Vom Miniaturspielzeug
zum Mettengänger” lautet der Titel der kleinen exquisiten Ausstellung,
die zugleich dem 100. Geburtstag von Erich Leichsenring gewidmet ist, der
über Jahrzehnte hinweg die Eigenart der figürlichen Gestaltungen
prägte. Dessen Vater Emil Leichsenring meldete 1904 das Gewerbe als
Spielzeugmacher an und fertigte in erster Linie Miniaturgespanne und -fahrzeuge.
In der folgenden Periode ab 1930, man firmierte unter “Emil Leichsenring
und Sohn”, wandelte sich das Herstellungsprofil von der Spielware hin zur
Fertigung hölzerner Schmuckgegenstände. Besonders die neuentwickelten
Figuren, so eine Zwergenkapelle, erlangten auf Grund ihrer eigentümlichen
originellen Form- und Farbgebung Aufmerksamkeit. Das heute noch genutzte
Firmenlogo zeigt eine Zwerg mit Ring und ist bereits 1931 in das Warenzeichenregister
eingetragen worden. Der Werkstattkatalog der 1930er Jahre belegte ein breites
Sortiment, herausragend dabei ein vielgestaltiger Osterschmuck mit Kücken
und Hasenszenen sowie weihnachtliche Gruppen von Engelkapellen, Lichterhaltern
und figürlichen Krippen. In den Nachkriegsjahrzehnten erneuerte sich
die familiäre Warenkollektion um Klöpplerinnen, Waldleute, Mettengänger
und um die faszinierenden Schöpfungen hölzerner, gedrehter Blümchen.
Sohn Günter Leichsenring übernahm 1974 die Werkstatt und profilierte
sich besonders über unikate Objekte, wie die Soldatenschere, große
Blumenkugeln und Blumendocken oder einer bergmännischen Pyramide.
Fortgeschrieben wird die Familientradition heute von Tochter Gitta Kreißl,
die in ihrem Meisterstück, einem üppig dekorierten Blumen-Arrangement
mit zahlreichen ornamentalen Neuentwicklungen, die Familienqualitäten
nach vorn verlängert. Die Sonderausstellung erläutert mit weit
über 100 Objekten, Bildern und Archivalien die Familiengeschichte.
18.03.2004
SPIEL
+ FORM
Unter diesem Thema zeigt
im Erzgebirgischen Spielzeugmuseum Seiffen ab dem 31. März 2004 der
Studiengang Holzgestaltung Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen
Hochschule Zwickau seine aktuellen Studienergebnisse. Spiel und Form beschreibt
nicht nur die Funktion der Arbeiten, sondern der Ausstellungstitel steht
symbolisch auch für das Lehrprogramm. Der Weg von der Idee bis zum
Produkt wird hierbei exemplarisch aufgezeigt. Der spielerische Umgang mit
Formen und Materialien, unter Einbeziehung der technologischen Vielfalt,
führt immer wieder aufs Neue zu innovativen Gestaltungslösungen,
die sich zum formalen Fundus für den Studierenden entwickeln, bis
schließlich eine gestalterische Handschrift erwächst. Einfache
Skizzen, dokumentierende Darstellungen, elementare Formübungen und
die daraus resultierenden Erfahrungen bilden die Grundlage für komplexere,
künstlerisch oder Design orientierte Gestaltungen. Die über 150
im Seiffener Museum ausgestellten Exponate beleuchten einen wesentlichen
Ausschnitt der Gestalterausbildung der Angewandten Kunst Schneeberg. Der
Studiengang Holzgestaltung widmet sich in seinen Studienschwerpunkten dem
Spielmitteldesign ebenso, wie der Innenarchitektur, dem Möbeldesign,
der Materialästhetik oder dem Bereich Kunst am Bau. Mit dem Ausstellungsbeitrag
“SPIEL + FORM” dokumentieren die angehenden Diplomdesigner/Holzgestaltung
den “spielerischen Anteil” ihres Studiums. Die Ausstellung zeigt Ergebnisse
besonders aus folgenden Aufgabenstellungen: “Tastflächen für
Hände und Füße”, “Raster und Figur”, “Brettspiel – Spielbrett”,
“Solitär”, “Schach”, “Formholz und Spiel” und “Kreisel aus Radien”.
Ergänzt wird die Exposition mit einer Reihe von “Gitterflächen”.
In ausgelegten Katalogen und Bilddokumentationen ist das gesamte Ausbildungsspektrum
des Studienganges Holzgestaltung einsehbar.
17.10.2003
Fauna
in Holz.
Tiervarianten gedrechselt,
geschnitten, geschnitzt
Eine Museumssammlung unter
einem besonderen Motto zu erkunden, kann sehr reizvoll sein. Das Thema
"Tier" brachte dazu im Seiffener Spielzeugmuseum Exponate in die Vitrinen,
welche bisher eher unbeachtet waren. So zum Beispiel eine Auswahl von gedrechselten
Vögeln, um 1930 von Prof. Seifert, Grünhainichen, entwickelt.
Hintersinniger Humor ist da zu entdecken, der auch manches bewegliche,
Flügel schlagende Fahrtier kennzeichnet. Eine unscheinbare Kostbarkeit
stellen zierlich beschnitzte Schäfchen von etwa 1900 dar, säuberlich
beklebt mit Fell imitierendem Papier. Ebenso ästhetisch wirken ausdrucksstark
beschnitzte Spielzeugpferde, möglicherweise aus Grödener Fabrikation.
Zum Schmunzeln anregen dürften die possierlichen Affen- und Bärengestalten,
die auf Entwürfe des Dresdners Karl Max Dittmann zurück gehen.
Purzelbäume schlagen können ebenso die mit Nietengelenken versehenen
Hunde und Bären der Werkstatt Schönherr in Seiffen. Gleich nebenan
reißt ein grimmiger, auf Rollen fahrender Froschkönig sein Maul
auf. Fahrende Spielzeug waren auch eine Spezialität von Otto Müller
(1899-1970), dessen gefräste Flachtiere und Mustervorlagen in einer
größeren Übersicht gezeigt werden. Nicht fehlen dürfen
die Wackelenten, Pendelvögel und Storchenreiter. Eine Kollektionen
von "Flachwaren", die einst aus dünnen Holzblättchen getanzt
wurden, und eine Anzahl von Musterblättern runden die bis Ende Januar
2004 zu sehende Galerieausstellung im Seiffener Spielzeugmuseum ab.
01.07.2003
Sonderausstellung
zum 100. Geburtstag
Im
Spielzeugdorf Seiffen verband man gern den Familiennamen mit dem Produkt:
Es gab z.B. einen Soldaten-Ehnert, den Klimperkasten-Kolbe und die Nussknacker-Füchtners.
Letztere, die Füchtners in Oberseiffenbach, können in diesem
Jahr den 100. Geburtstag von Kurt Füchtner (1903-1970) begehen, der
den Familienbetrieb zu einer bedeutsamen Volkskunstwerkstatt entwickelt
hat. Seinem Schaffen widmet sich unter dem Motto “Nussknacker - ein Handwerkerleben”
eine neue Sonderausstellung in der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener
Spielzeugmuseum. Kurt Füchtner hat mit seiner Tätigkeit aus der
einstigen Nebenbeschäftigung des Großvaters und Vaters einen
ganzjährigen Produktionsprozess gemacht. Vor allem in den 1950er Jahren
wurden die alten Familienerzeugnisse weiter ausgeformt und durch neue Muster
und Sujets ergänzt. Der Typ des farbintensiven, dekorativ ornamentierten
Nussknacker-Königs mit schwarzem Hut und goldenen Zacken, eine Form,
die um 1930 entstand, hat die Füchtnersche Werkstatt neben traditionellen
Räuchermännern und den lichtertragenden Glockenbergleuten und
-engeln zu einem weltbekannten Familienbetrieb werden lassen. Bilder, Muster,
Zeitungsnotizen und Archivalien ergänzen die Ausstellung der historischen
Figuren.
14.04.2003
Gesellenstücke
zum Staunen
In
der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener Spielzeugmuseum wird ab dem 15.
April 2003 eine neue kleine Sonderausstellung gezeigt. Erstmals ist es
möglich, einen Teil der im Jahr 2002 gefertigten und geprüften
Abschlussarbeiten an der Seiffener Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule
zu präsentieren. Mehr als 20 verschiedene gedrechselte, getischlerte,
geschnitzte oder bemalte „Gesellenstücke“ attestieren den Leistungsstand
der jungen Leute, die nach dreijähriger Ausbildung in die Praxis gegangen
sind. Unterschiedliche technologische und gestalterische Möglichkeiten
wurden genutzt: Im traditionellen Bereich bewegen sich Schwibbogen, Spinnenleuchter
oder Pyramiden. Moderneres Formgut verwenden z.B. zwei Automodelle, eine
Kinderzimmerleuchte oder ein Sortiment an „Babyspielzeug“. Berührungspunkte
zum Produktionsprofil des Ausbildungsbetriebes haben andere, so eine Gruppe
von Blumenkindern, eine weihnachtliche Dekorationsgruppe oder ein Baukastensystem.
Der Anspruch insgesamt ist hoch, soll doch mit dem „Prüfstück“
ein Nachweis erbracht werden über eine eigenständige formale,
mehr aber noch über eine handwerkliche Leistung. Kriterien dafür
sind u.a. technologisch und ästhetisch sachgerechte Holzverbindungen
und Oberflächen, aber auch Maßgenauigkeit und handwerklich „saubere“
Malerei. Die Ausstellung gibt zudem Auskunft über die Lehrbetriebe,
in denen die einstigen Lehrlinge ihr praktisches Rüstzeug für
die berufliche Laufbahn erhielten.
03.02.2003
100+EINS
MEISTERSTÜCKE als Geburtstagsständchen
Es
ist eine gute Tradition, in Seiffener Spielzeugmuseum "Meisterstücke"
zu zeigen, oft wurden die Jubiläen des Hauses dazu genutzt. Ein grandioser
Rückblick wurde so u.a. bereits 1973 mit dutzenden Meister- und Gesellenstücken
gegeben. Diesmal war der Anspruch hoch - eine umfassende Schau sollte es
werden, mit der Möglichkeit des Vergleiches und der Darstellung des
Leistungsstandes einer Wirtschafts- und Kulturregion. Wohl eher zufällig
werden seit wenigen Jahren die frühen Spielzeugmacher- und Drechslermeister
mit dem "Goldenen Meisterbrief" geehrt; für die 50. Wiederkehr
ihres
Meisterabschlusses. Das "goldene" Jubeljahr für das Spielzeugmuseum
Seiffen wird insofern gerade mit dieser Ausstellung aufgewertet, da die
Stücke der frühen 1950er Jahre
eine
wichtige Rolle spielen. Zugleich waren es doch auch besonders jene Meister
(und Meisterbetriebe), die den Aufbau und das Werden und Wachsen des Seiffener
Museums
aktiv
begleitet und durch ihr Werkstattschaffen mit "jungen" Exponaten gefüllt
haben.
Bis
2002 entstanden sehr unterschiedliche Exponate - Vorlieben bestanden für
exklusive Fahrzeugmodelle oder für aufwendige Spiellandschaften mit
Figurenwelten, ebenso
fertigte
man großformatige Weihnachtsdekorationen, reich mit Dekoren geschmückt
oder in Variationen naturbelassener Hölzer.
Die
Sonderschau, noch bis Oktober 2003 zu sehen, spiegelt eine beeindruckende
Vielgestaltigkeit an innovativen und meisterlich gefertigten Einzelstücken.
Manchem Meister bedeutete das "Stück" eher Anfang einer individuellen
Entwicklung - andere zeigten in
der
Handschrift der Familientradition ihre Könnerschaft. Zeitgeist, Modisches,
farbige oder technologische Vorlieben verschiedener Epochen oder gar Experimentelles
bestimmen die Eigenart der ausgestellten Arbeiten ebenso wie die einmalige
Gesamtkonstellation der erzgebirgischen Spielzeugregion - mit ihren Besonderheiten
wie das Reifendrehen oder die traditionelle Figurendrechselei. Die frühesten
Drechselmeisterstücke stammen aus dem Jahr 1935, eine der ältesten
Spielzeugmache-Meisterrarbeiten ist aus dem Jahr 1949 ein Schmuckkästen
mit Intarsien.
06.01.2003
Doppeljubiläum
im Zeichen der Volkskunst und Geschichte
Seiffener
Museen haben 2003 zwei runde Geburtstage zu feiern
Geradezu
als dörfliche Initiative, vor allem aber gefördert und gestalterisch
begleitet durch die Handwerkerschaft und Volkskunstinteressierte der Region,
war 1953 das Seiffener Spielzeugmuseum eröffnet worden.
Aufbauend auf die im gleichen Gebäude zwischen 1936 bis 1942 bereits
installiert gewesene Spielzeug-Werbeschau Seiffen hat die museale Einrichtung
des Spielzeudorfes bis heute eine interessante und gewichtige Museumsgeschichte
vorzuweisen. Als international bekanntes Fachmuseum für die erzgebirgische
Holzspielware und die damit zusammenhängende weihnachtliche Volkskunst
haben bereits 8,8 Millionen Gäste die Ausstellungsräume mit der
markanten 6,30 m hohen Schaupyramide besucht. Seit 1973 ist in Form
des Freilichtmuseums ein zweiter besonderer Museumskomplex in Seiffen
aufgebaut und mit wertvollen historischen Zeitzeugen gefüllt worden.
Als "Hüter" des legendären Reifendrehens steht bis heute die
historische Wasserkraftanlage von 1760 im Interesse der Besucher, wenn
man hier tagtäglich dem Reifendreher bei der faszinierenden Arbeit
zusehen kann. Der Rundgang durch 14 historische Gebäude und vor allem
die Vorführungen zu den Tagen den Historischen Handerks lassen regionale
Handwerkshistorie lebendig und anschaulich werden. Im ca. 7 ha. großen
Museumsareal sind geschichtsträchtige Kostbarkeiten zu hause: Ein
strohgedecktes Erzgebirgshaus, schmucke Schindelgiebel, eine Kohlen-Meileranlage,
ein Wasserkraft-Sägewerk sowie umfangreich und original ausgestattete
Werkstätten oder Stuben. Exlusive Sonderaustellungen und ein reichhaltiges
Begleitprogramm zum 50. bzw. 30. Geburtstag sind geplant: So darf man sich
auf “100 + EINS MEISTERSTÜCKE” im Spielzeugmuseum freuen. Ein Geburtstagswochenende
am 5./6. Juli lockt mit einer langen Museumsnacht. Handwerks- und Festtage
im Freilichtmuseum, u.a. am 29.- 31. Mai 2003, versprechen besondere Museumserlebnisse.
25.11.2002
Gläserne
Kugeln und Reifentiere am Faden
Spielzeugmuseum
Seiffen präsentiert ab 28. November
vielfältigen
Christbaumschmuck
Traditionell
ist das Seiffener Spielzeugmuseum in der Advents- und Weihnachtszeit festlich
geschmückt. Im Dezember 2002 begleiten die Museumsbesucher beim
Ausstellungsrundgang geschmückte Tannenbäume. In Vitrinen und
auf Bildtafeln wird von den historischen Wurzeln des Christbaumschmuckes
erzählt. Vom Historismus beginnend, über Formen des Jugendstiles
bis hin zum Christbaumschmuck der 1930er und 1950er Jahre, werden Ausschnitte
einer sehr wechselvollen Geschichte beleuchtet. Dickwandige Biedermeierkugeln
mit ihrer Bleiverspiegelung gehören wie Rauschgoldengel und seltene
Thüringer Hohlglasformen zu den Kostbarkeiten der Schau. Der Christbaum
war stets auch Spiegelbild der gesellschaftlichen Befindlichkeit, wie unter
anderem die hölzernen Formen des Winterhilfswerkes um 1940 deutlich
machen. Schmücken bedeutet seit Jahrzehnten, zerbrechliche Dinge aus
Kartons und Kistchen hervorzugramen, Zeitungsreste vergangener Jahre erneut
zu lesen und mit Muße Kerzen, Glocken oder Glitzerwatte auf dem Baum
zu verteilen. Mit den Schaubäumen im Museum
werden zugleich kreative Möglichkeiten aufgezeigt, sich eigene, individuelle
Verzierungen und Dekore zu schaffen. Ein besonderes Erlebnis versprechen
ungewöhnliche, experimentelle und skurrile Formen, darunter dekorative
Muster, die in der Technologie des Reifendrehens entstanden sind.
08.10.2002
Was
hat der Engel unterm Kleid?
Im
Oktober 2002 wurden in der GALERIE IM TREPPENHAUS Objekte und Unterlagen
zu Fragen der Restaurierung gezeigt. Im Mittelpunkt stand die beeindruckende
wissenschaftliche und handwerkliche Arbeit des in Beierfeld wohnenden Fachexperten
Gerhard Riebel. Er hat sich ein gutes halbes Jahr intensiv mit einem Lichterengel
beschäftigt, welcher seit einigen Jahren im Besitz des Seiffener Museums
ist und bisher relativ unbeachtet war. Selbst die unsachgemäßen
Ergänzungen aus der Vorbesitzerzeit konnten ihm als fachkundigen Sammler
nicht verbergen, dass es sich hier um einen sehr alten und gestalterisch
bemerkenswerten Lichterengel handeln muss. Die kleine Schau zeigte die
restauratorischen Arbeitsschritte und Untersuchungen und präsentierte
schließlich jenen wohl doch ein wenig sensationellen Befund: Dieser
Engel aus dem Raum Ehrenfriedersdorf dürfte mit seiner Entstehungszeit
um 1830-1850 einer der ältesten Engelfiguren in gedrechselter Form
sein. Die freigelegten Bemalungen und andere Formmerkmale belegen biedermeierliche
Einflüsse. In einem Versuch der experimentellen Kopie und Rekonstruktion
schuf Gerhard Riebel eine zweite Figur, die die belegbaren Fakten ins Anschauliche
überträgt. Beide, das Original und die Kopie, sind von beeindruckender
Klarheit und Anmut. In der Schau erfuhr der Besucher weiterhin etwas zu
Schadensbildern und deren Diskussion. Vorgestellte Dokumentationsunterlagen
zu der restauratorischen Arbeit am Spielzeugmuseum ergänzten die Exposition.
03.04.2002
Sammlerglück
in Vitrinen
Sonderausstellung
im Spielzeugmuseum Seiffen zeigt Neuerwerbungen
Im
Zentrum aller musealer Bemühungen, auch am Seiffener Spielzeugmuseum,
steht die Erweiterung der Sammlung. Da ist man sehr wohl auf Zufälle
angewiesen, aber vielmehr strebt man beständig danach, Sammlungslücken
zu schließen. Den Reiz einer
Überblicksschau
zu dieser Sammeltätigkeit machen sowohl die vielgestaltigen Kleinigkeiten,
aber auch Nachlässe und einmalige Raritäten aus. Unter dem Motto
“Sammeln und Bewahren” zeigt das Spielzeugmuseum Seiffen ab April 2002
bis Anfang 2003 eine Auswahl an Exponaten, die in den letzten 10 Jahren
in den Museumsfundus gekommen sind. Darunter zu finden sind u.a. farbiger
Tischschmuck aus den frühen
1950er
Jahren, Kuriositäten aus Hobbywerkstätten, zahlreiche Schenkungen
der Handwerkerschaft, Erwerbungen aus den USA und seltene Kostbarkeiten.
Zu letzteren dürften mehrere Klimperkästchen aus der Werkstatt
Ehnold (Seiffen 1938) und die Marktgruppe mit Figuren und Ständen
aus der Zeit um 1870 gehören. |
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