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HOME > MUSEUMS - LOGO Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen mit Freilichtmuseum
A K T U E L L E   I N F O R M A T I ON

ARCHIV VON PRESSE-MITTEILUNGEN
12.10.2006
Ich bin ein kleiner schwarzer Rüpel...
PLAUMENTOFFEL-GESCHICHTEN
Für den Sammler und Forscher Roland Hanusch aus Freital steht seit 1985 die besondere Brauchtumsfigur des "Pflaumentoffels" im Mittelpunkt seines Interesses. Bis heute ist er auf der Suche nach all jenem, was mit dem Phänomen der Pflaumenfigur zusammenhängt. Inzwischen sind die Ergebnisse seiner Entdeckungsreisen in das Reich des „Zwetschgenmannes“ in vielen seiner Hefte öffentlich gemacht. Als ehemaliger Lehrer hat er sich sowohl aus volkskundlicher als auch aus volkskünstlerischer Sicht mit der Thematik beschäftigt. Sein Spezialarchiv hat sich dabei nicht nur mit Varianten des Pflaumentoffels gefüllt, sondern umfasst Objekte aus Holz, Metall, Glas oder Pappe, historische Fotografien, Postkarten, Zeichnungen, Gebasteltes und Gedichtetes. Mehrmals bereits haben Museen dankbar seine Sammlung für Sonderausstellungen genutzt. In der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener Spielzeugmuseum ist nun bis Ende März 2007 eine vielgestaltige, außergwöhnliche Ausstellung zu sehen. Nahezu 100 verschiedene Exponate zur Entstehung und Bedeutung des Pflaumentoffels haben aus den Kartons und Regalen des Sammlers ihren Weg ins Museum gefunden: Originale Backobstfiguren aus Dresden, Nürnberg oder München, ihre hölzernen Kollegen aus erzgebirgischen Werkstätten, Gebasteltes und Hintersinniges von jungen und alten Liebhabern dieser Glücksfigur. Zur Ausstellung erscheint das Heft 19 der Schriftenreihe des Seiffener Spielzeugmuseums, in welchem der Sammler ausführlich über die Pflaumentoffel-Historie in Texten und Bildern berichtet.

8.06.2006
Schachteln, Kästen, Dosen
Ausflug in die Verpackungsgeschichte
Im Museumsfundus ist eine Sammlungskategorie mit der Bezeichnung “Behältnisse: Teller, Dosen, Kästchen, Spanschachteln u. ä.” eingerichtet. Über 100 Exponate verschiedenster Herkunft und Machart sind da zusammengetragen, von einem zerbrechlichen, gebeizten  Miniaturspanchächtelchen über eine von Carl Reissmann/Thüringen um 1900 kunstvoll bemalte Luxusschachtel bis hin zu dekorativ geschmückten Schülerarbeiten der ehemaligen Fachgewerbeschule. Die dieser Kataloggruppe zugeordneten Dinge - sie sind ohne Inhalt - stehen im Mittelpunkt dieser Ausstellung. Schachteln und Kästchen haben dabei immer auch eine eigene ästhetische Identität: gespantes, gebogenes, geflochtenes Holz, gefügte Brettchen, eine perfekte Politur einer Deckelfläche, die Textur einer Schachtelwand, das getupfte Randornament oder eine plastische Punktereihe... Diese Behältnisse, wie auch weitere hunderte mit Spielzeugen und kunstgewerblichen Objekten gefüllten Schachteln und Verpackungsvarianten des Gesamtfundus´s des Seiffener Museums, verweisen darauf, dass sich in der über 200jährigen Geschichte des erzgebirgischen Spielzeuges die Problematik des Verpacktwerdens und Verpacktseins sehr unterschiedlich gestellt hat. Technologische, wirtschaftliche und kulturelle, mitunter selbst spielzeugimmanente Gesichtspunkte haben dabei zu unterschiedlichsten Lösungen geführt.
11.2.2006

Der Siegerländer Hauberg
Seiffener Museum präsentiert eine Regionalgeschichte aus dem Siegerland
Mit über 50 historischen Objekten und zahlreichen Fotodokumenten ist ab 11. Februar 2006 die Partnergemeinde des Spielzeugdorfes Seiffen, die Stadt Hilchenbach, in der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener Spielzeugmuseum zu Gast. Unter der Überschrift "Der Siegerländer Hauberg" wird eine für die Hilchenbacher Region einst typische Wald-, Weide- und Holznutzung vorgestellt. Zu den verbindenden historischen Faktoren zwischen dem Erzgebirge und dem Siegerland zählen bekanntermaßen der Bergbau und eine intensive, geregelte Forstwirtschaft. Die kleine Ausstellung beschreibt mit Zeugnissen des Handwerks und der Hauswirtschaft diese Besonderheiten im Siegerland. Haubergsverordnungen und ihre wirtschaftlichen Umstände und Folgen waren für Hilchenbach noch weit ins 20. Jahrhundert hinein von Bedeutung. Erst 1975 wurden die letzten Siegerländer Haubergsordnungen von 1879 aufgelöst. 

Holz, Stroh und Luffa
Handwerkliche Traditionen authentisch vorgeführt
Holzhandwerk pur ist das Motto in mehreren Stuben und Werkstätten am Samstag, den 9. September 2006 - 9 bis 17 Uhr, wenn Schindeln gespalten, Butterformen gestochen, Reifenvieh gekreidet, Birkenruten zu Besen gebunden oder Holzröhren gebohrt werden. Im Spielzeugmacherhäuschen entstehen in althergebrachter Weise Pferd und Wagen, wird mit Warmleim gearbeitet und mit einer besonderen "Masse" modelliert. Dieser besondere Werkstoff steht auch im Mittelpunkt des heimischen Figurendrückens. Traditionsgemäß ist das Herbstprogramm im Freilichtmuseum besonders auf dörfliche und bäuerliche Arbeiten orientiert. So wird wieder die alte, mit Wasserkraft betriebene Dreschmaschine in Benutzung genommen. Beeindruckend ist das ratternde "Ungetüm" schon, das da fest im Balkenwerk der Scheune verankert und wie auch die "Windfege" über ein pfiffiges Schnurensystem mit dem Wasserrad verbunden ist. Hier tut auch eine uralte, mechanisierte Leinölquetsche ihren Dienst. Ab Mittag wird zugleich nach überlieferter Art gebuttert - die Ausstellung im Wohnstallhaus erläutert weitere bäuerliche Lebensbereiche. Eindrucksvoll für Freunde rustikaler Technik dürfte zugleich das alte Sägewerk sein, in welchem alle 4 verschiedenen Sägetypen in Betrieb genommen werden. Freuen darf man sich ebenfalls auf eine Chemnitzer Puppenmacherin und einen Thüringer Wanderschmied. Gemütlichkeit und häusliche Atmosphäre erwartet die Gäste, wenn die "Schenk-Familie" erzgebirgische Stubenmusik erklingen lässt. Auch bei den Klöpplerinnen im Bergmannshaus könnte es Zeit zum gemütlichen Plausch geben. Uralte Techniken beleben die "Bäumelmacher", welche Varianten von zarten Luffa- und Drahtbindebäumchen entstehen lassen. Für Kinder ist zugleich die historische Kegelbahn eingerichtet, und am typisch erzgebirgischen Doppeladler, gefertigt nach altem Vorbild, findet ein Kindervogelschießen statt. Die Malerwerkstatt ist wieder eingerichtet, in der nach historischen Schablonen - einst für die Ausschmückung der Stuben und Kammern gedacht - selbst eine Dekorkante aufs Papier gebracht werden kann. Wer Durst und Hunger verspürt, kann sich an gesunder Hausmannskost versuchen.

Spielzeug aus Papier
Ausschneidebögen, Tischtheater und andere Objekte aus Papier und Pappe
Zu einer kurzweiligen Reise durch die Welt des Papierspielzeuges ist ab 13. Oktober 2005 ins Seiffener Spielzeugmuseum eingeladen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Figuren und Szenen des klassischen Papiertheaters, Solcherart Kindertheater sind um 1900 in großer Vielfalt - mit Kulissenbilder sowie kindergerechten Textheften  - besonders vom Verlag J. F. Schreiber in Esslingen herausgegeben worden. Auch das Programm der Seiffener Ausstellung ist bunt: Rotkäppchen neben Doktor Faust und Dornröschen neben den Räubern! Zugleich wird der historische Bezug zu Guckkastenbildern und phantasievollen Ausschneidebögen hergestellt. Tiefen- und Aufstellszenen erlaubten einen Blick in ferne Länder und Städte und auf Kuriositäten. Die wandelbare Puppe aus Papier für Mädchen oder die Silhouettenfiguren mit Soldaten-, Eisenbahn- oder Bauernhofmotiven für Jungen waren einst um ein vielfaches billiger als die Entsprechungen aus Holz oder Zinn. Wie wunderbar mag es gewesen sein, mit einer exotisch gekleideten Figurengruppe die “Reise um die Erde in achtzig Tagen” zu inszenieren  - oder dem dreidimensionalen Papiermodell eines maurischen Landhauses die Papierminiatur des “neuen” Reichstagsgebäudes hinzu zu stellen. Natürlich gehören Weihnachtskrippen, Weihnachtskalender und allerlei Hampelmänner aus Pappe zur Ausstellung in der GALERI IM TREPPENHAUS dazu.

SPIELzeugmuseumsNACHT
Veranstaltung mit Musik, Spiel und musealem Allerlei trug das Motto: 
Museum mal ganz anders
Am Samstag, den 25. Juni 2005, hatte ab 18.30 Uhr das Spielzeugmuseum Seiffen zur 3. besonderen Museums-Spiel-Nacht eingeladen. Das Motto des Abends versprach wieder Überraschendes rund um das Thema SPIEL und sollte die Museumsräume in einer ungewohnten Weise erleben lassen. So konnten alle Gäste ganz SPIELerisch selbst ihr persönliches Sandmännchen-Souvenir herstellen. Das Drehorgelensemble “Familie Reuter” hatte ab 20.00 Uhr mit einem internationalen ”PfeifenSPIEL” erfreut. Der Abend wurde begleitet Vorführung alter Schwarzweiß-Streifen, die in die sächsische Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts entführten. SPIELfakten und Daten zum Erraten bildeten ein buntes Programm, traditionell hatte das Museumsquiz der besonderen Art reizvolle Fragen. Nach der Auswertung gegen 22.30 Uhr wurden den Gewinnern wertvolle Preise übergeben. Der Abend wartete mit zwei weiteren Premieren auf: 21.30 Uhr ertönt Musik am Mannborg-Harmonium, einem geschichtsträchtigen sächsischen Instrument von 1910/15. Gegen 22.10 Uhr kam es schließlich zur Uraufführung des FigurenSPIELs “Die Katze”. Die virtuelle Bildercollage mit Texten basiert auf Drechselstücken von Max Körting. Zur Museumsnacht SPIELten selbstverständlich kulinarische Genüsse eine Rolle.

08.06.2005
4 Wände und 1 Dach
Über 300 Einzelhäuschen sind derzeit in der Treppenhausgalerie zu sehen. Ursprünglich war mit dem Aufkommen der erzgebirgischen Spielwarenherstellung vor allem im nördlicher gelegenen Gebiet Waldkirchen/ Grünhainichen die sogenannte „Architekturwaare“, also Burgen, Häuser, Kaufläden, Baukästen u.a. m.  in der Fertigung. Der Chronist K. A. Engelhardt berichtet 1804 in „Merkels Erdbeschreibung“ die Zunahme und weite Verbreitung offenbar kleinerer kubischer und brettchenhafter Spielsachen auch im Seiffener Raum, in welchem traditionell eher gedrechselte Sortimente vorherrschten. Alle großen Spielwaren-Musterbücher des 19. Jahrhunderts enthalten mannigfaltige „Füll- und Schachtelwaren“, in denen die unterschiedlichsten Qualitäten an Häusern zu finden sind. Die Spannweite reicht von flachen Silhouetten, die lediglich als Hintergrundstaffage zu nutzen waren, bis hin zu detaillierten, maßstabgetreuen Architekturmodellen, die kaum für die spielende Kinderhand geeignet zu sein scheinen. „Schweizer Häuser“, teilweise als Kostbarkeiten in Holzkistchen verpackt, gehörten oft zur sogenannten „weißen“ Ware, naturbelassen bzw. mit wenigen Dekorationselementen beklebt. Seltsam muten die aufwendigen großen Haus- und Schlossmodelle der Lengefelder Firma Alfred Krutzsch an. Sie sind um 1900, extra in jeweils angepassten Holzschiebekisten verpackt, für den Englandexport gefertigt worden. Jedes der Bauwerke nimmt Bezug auf ein Original (Goethe-Haus Weimar, Schloss Mittwitz Oberfranken, Dürerhaus, Bratwurstglöcklein usw.) und enthält im Inneren eine Verpackungsmöglichkeit, deren Bewandtnis noch ungeklärt ist. Mit dem Aufkommen der Kartonagenfabrikation nach 1870 war es oft günstig, die aufwendigen, materialintensiven Holzhäuschen mit Pappteilen zu ergänzen oder durch bedruckte, geprägte, gestanzte Papphäuschen zu ersetzen. Von Alfred Krutzsch/Lengefeld stammen die großformatigen Papp-Festungen und Fachwerkhäuschen. Mit der Entstehung der Miniaturspielzeuge verbreitete sich vielfach die Verwendung von Gummistempeln und geklebten Fenstern, Türen usw.  Es bereitet bis auf Ausnahmen, wie etwa der Häuselmacher Arno Pflugbeil (1894-1978), Otto Ludwig Frohs (1902-1956), Paul Arthur Gläßer (1880-1971) oder Max Schalling (kleine Vollhäuschen um 1930), derzeit noch größere Schwierigkeiten, allen Häusern die korrekte Herstellerfirma und eine genaue Datierung zu zuweisen. Hilfsmittel dürften bei genauer Recherche übereinstimmende Stempelungen oder Farbigkeiten sein, wie etwa bei Hans Hübsch (1906-1977), dessen Stempelsatz und Reste der Fertigung um 1950 erhalten sind. Die oft so bezeichneten „Bindfadenhäuser“, um 1930 bis 1940 gemeinsam mit Seiffener Miniaturspielsachen im Handel, werden dem Dresdner Max Koallick zugeschrieben, der offenbar als Zubrot aus Zigarrenkistenholz attraktive, individuelle Spielzeughäuser fertigte, deren Kennzeichen die hohlgestalteten, mit Bindfäden als Fenstersprosse gearbeiteten Fenster sind.

14.04.2005
DIE 1960ER - Erzgebirgisches Spielzeug und Kunsthandwerk im Wandel
Jahressonderschau vom 14. April bis zum 2. November 2005
Auf 50 Vitrinenböden sind Objekte aus dem Zeitraum zwischen etwa 1958/1960 und 1970 zu sehen, die in diesen Jahren in den erzgebirgischen Handwerksbetrieben oder Manufakturen entwickelt oder neu in die Herstellung genommen wurden. Die Überblicksausstellung mit teilweise noch nie in der Öffentlichkeit präsentierten Objekten zeigt u.a. auch, dass sich damals bei vielen Produzenten des “Spielzeuggebietes” Veränderungen im Sortiment vollzogen. Manches Ausstellungsstück macht deutlich, wie in dieser Zeit mitunter ein Wechsel vom eigentlichen Spielzeug hin zum Gebrauchsschmuck, hin zu weihnachtlichen oder österlichen Dingen stattgefunden hat. Neue Spieldosen, Rauchmannkollektionen und Stabpyramiden gehören ebenso dazu wie dem Zeitgeist entsprechend überarbeitete Puppenservice, Kerzenhalter oder Osterszenen. In der Ausstellung werden die verschiedenen Seiten dieses zeittypischen Wandels vorgestellt - zugleich aber auch die beeindruckende Kreativität und der Erfindungsreichtum des erzgebirgischen Handwerks und der Mittelstandsbetriebe. Typisch für die Epoche der 1960er sind auch Motive des Sandmännchens, geschwungene Puppenmöbel der Nierentischzeit, Miniaturspielsachen zum DDR-Alltag, der Einsatz von Kunststoff, Baukästen des “Neuen Bauens”  oder moderne Sandfahrzeuge. Einige damalige Hersteller sind mit Entwürfen, Modellen oder nicht produzierten Mustern vertreten. Manche Werkstatt zeigt Firmenunterlagen aus jenen Tagen - vom Brief- und Rechnungsbogen bis hin zu Werdegängen und Schablonen.

03.02.2005
DIE GOLDENE CHOCHLOMA
Die kleine Ausstellung in der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener Spielzeugmuseum widmet sich wieder einmal einem speziellen Thema. Die Exposition beruht auf Schenkungen aus Semjonow und Stücken des eigenen Museumsfundus. Die Region um Nishni Nowgorod ist traditionell eine Landschaft mit reicher Volkskunst und einer interessanten Spielwarenfertigung. Im Zentrum der Museumsschau stehen mehr als 70 Objekte der sogenannten “Chochloma Malerei”. Nicht genau bekannt ist, wann erstmals versucht wurde, die dekorative blumige Malerei auf Holzgegenständen mit einer lackartigen Isolier- und Schutzschicht, ähnlich einem Ölfirnis, durch Erhitzen dauerhaft haltbar zu machen. Bei diesem wohl bereits im 17. Jahrhundert in den Dörfern rund um Nishni Nowgorod verbreiteten Verfahren wurde zudem erreicht, dass die mit einer Ölfirnischicht überzogenen metallenen, silbrigen Farben einen leuchtenden glänzenden Goldton erzeugen. Das Verfahren der Schichtungen von Öllacken und das “Brennen” bei über 100 °C macht die Löffel, Schüsseln oder Schalen “wassertauglich” und vieles kann im Haushalt praktisch verwendet werden. Der wesentlichste Handelsort dieser “Goldmalereien” war das große Dorf Chochloma am linken Flussufer, das den Erzeugnissen schließlich den Namen gab. Neue Muster und Motive beleben bis heute den Absatz und den Export ins Ausland. Jede Malerin gestaltet die erlernten floristischen Grundmuster freihand im eigenen Stil, folgt natürlich bei seriellen Arbeiten dem gewünschten Gesamteindruck und dem ausgewählten Grundmotiv. Dazu zählen Beeren, Blätter, dünne Halme, Ranken usw. Die drei ausgestellten kostbaren “Autorenarbeiten” sind schließlich ein völlig eigenständiges, unikates, immer wieder neu ornamentiertes Produkt, dass dann vom “Autor” (zumeist also von der Autorin) signiert wird. 1916 wurde in Semjonow eine Kunst- und Holzhandwerksschule gegründet, in der noch heute mehr als 100 Schüler allseitig handwerklich und künstlerisch gebildet werden. Die Schülerarbeiten in der Ausstellung beeindrucken durch hohe Qualität und stehen im kunsthandwerklichen Sinne den Produkten der Serienfertigung kaum nach. Neben der obligatorischen Matrjoschka sind es auch 14 wundervolle Spielzeuge, die die Aufmerksamkeit verdienen. Dieses Axt- und Brettspielzeug aus dem kleinen Dorf Fedossejewo, aus glatten Brettchen zusammengenagelt, mit leuchtend gelber Farbe grundiert und mit feinen Zweigen, scharlachroten Blumendekoren und grünen Blattwerken verziert, ist noch bis weit in die 1980er Jahre von einer Familie gefertigt worden. Fotodokumente aus dem Jahr 2004 umrahmen aussagekräftig die noch bis Ende Mai laufende Ausstellung.

Heute, am 14. Oktober 2004, konnte, seit seiner Gründung im Jahr 1953, im Erzgebirgischen Spielzeugmuseum Seiffen der 9 Millionste Besucher feierlich begrüßt werden. Die Jubiläumsgäste, Frau Sylvia Klemm und ihr Sohn Leon aus Pfaffroda, der schon lange das Spielzeugmuseum wieder einmal besuchen wollte, erhielten neben den Glückwünschen des Museums und seines Fördervereins besondere Geschenke: Die traditionsreiche Manufaktur Emil A. Schalling aus Seiffen stellte ein prachtvolles Engel- und Bergmannspaar zur Verfügung und das Hotel "Buntes Haus" Seiffen lädt kostenfrei zu einem "Spielzeugerlebnis-Wochenende" ein.

07.10.2004
ZINN. Metall & Kunsthandwerk
In der GALERIE IM TREPPENHAUS präsentieren sich in einer kleinen Sonderausstellung (7.10.04 - 31.01.05) Exponate der eigenen Zinngefäße-Sammlung. Viele Krüge, Teller und Schalen tragen Signaturen und eine Datierung. Die meisten Stücke stammen aus aus dem frühen 19. Jahrhundert. Als eher selten sind reich gravierte Kannen und Tischgefäße um 1835 anzusehen. Gleichsam dem Gebrauchsgut gegenüber gestellt sind in der Exposition die zinnernen Miniaturgeschirre, die späterhin Puppenstuben und Kaufläden ausgestattet haben. Zinn hat im einstigen "Zinnseifen" (heute das Spielzeugdorf Seiffen) einen besonderen Klang, da es über Jahrhunderte die Grundlage bergmännischer Aktivitäten geboten hat. Schrift- und Bildtafeln verweisen daher auf diese historischen Bezüge. Das Metall Zinn schließlich als Material für die Spielzeugfertigung findet in Form von Zinnfiguren und Zinnzubehör seinen Ausdruck. Beispiele zum Zinnguß, einschließlich der Formen und einzelner Arbeitsbelege, ergänzen die Schau. Attraktiv sind zwei Dioramagruppen mit figürlichen Miniaturen.

25.05.2004
Vom Miniaturspielzeug zum  Mettengänger 
Zum 100-jährigen Bestehen der Familienwerkstatt Leichsenring in Seiffen zeigt das Spielzeugmuseum über die Sommermonate hinweg eine Sonderschau in der GALERIE IM TREPPENHAUS. “Vom Miniaturspielzeug zum Mettengänger” lautet der Titel der kleinen exquisiten Ausstellung, die zugleich dem 100. Geburtstag von Erich Leichsenring gewidmet ist, der über Jahrzehnte hinweg die Eigenart der figürlichen Gestaltungen prägte. Dessen Vater Emil Leichsenring meldete 1904 das Gewerbe als Spielzeugmacher an und fertigte in erster Linie Miniaturgespanne und -fahrzeuge. In der folgenden Periode ab 1930, man firmierte unter “Emil Leichsenring und Sohn”, wandelte sich das Herstellungsprofil von der Spielware hin zur Fertigung hölzerner Schmuckgegenstände. Besonders die neuentwickelten Figuren, so eine Zwergenkapelle, erlangten auf Grund ihrer eigentümlichen originellen Form- und Farbgebung Aufmerksamkeit. Das heute noch genutzte Firmenlogo zeigt eine Zwerg mit Ring und ist bereits 1931 in das Warenzeichenregister eingetragen worden. Der Werkstattkatalog der 1930er Jahre belegte ein breites Sortiment, herausragend dabei ein vielgestaltiger Osterschmuck mit Kücken und Hasenszenen sowie weihnachtliche Gruppen von Engelkapellen, Lichterhaltern und figürlichen Krippen. In den Nachkriegsjahrzehnten erneuerte sich die familiäre Warenkollektion um Klöpplerinnen, Waldleute, Mettengänger und um die faszinierenden Schöpfungen hölzerner, gedrehter Blümchen. Sohn Günter Leichsenring übernahm 1974 die Werkstatt und profilierte sich besonders über unikate Objekte, wie die Soldatenschere, große Blumenkugeln und Blumendocken oder einer bergmännischen Pyramide. Fortgeschrieben wird die Familientradition heute von Tochter Gitta Kreißl, die in ihrem Meisterstück, einem üppig dekorierten Blumen-Arrangement mit zahlreichen ornamentalen Neuentwicklungen, die Familienqualitäten nach vorn verlängert. Die Sonderausstellung erläutert mit weit über 100 Objekten, Bildern und Archivalien die Familiengeschichte.

18.03.2004
SPIEL + FORM
Unter diesem Thema zeigt im Erzgebirgischen Spielzeugmuseum Seiffen ab dem 31. März 2004 der Studiengang Holzgestaltung Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau seine aktuellen Studienergebnisse. Spiel und Form beschreibt nicht nur die Funktion der Arbeiten, sondern der Ausstellungstitel steht symbolisch auch für das Lehrprogramm. Der Weg von der Idee bis zum Produkt wird hierbei exemplarisch aufgezeigt. Der spielerische Umgang mit Formen und Materialien, unter Einbeziehung der technologischen Vielfalt, führt immer wieder aufs Neue zu innovativen Gestaltungslösungen, die sich zum formalen Fundus für den Studierenden entwickeln, bis schließlich eine gestalterische Handschrift erwächst. Einfache Skizzen, dokumentierende Darstellungen, elementare Formübungen und die daraus resultierenden Erfahrungen bilden die Grundlage für komplexere, künstlerisch oder Design orientierte Gestaltungen. Die über 150 im Seiffener Museum ausgestellten Exponate beleuchten einen wesentlichen Ausschnitt der Gestalterausbildung der Angewandten Kunst Schneeberg. Der Studiengang Holzgestaltung widmet sich in seinen Studienschwerpunkten dem Spielmitteldesign ebenso, wie der Innenarchitektur, dem Möbeldesign, der Materialästhetik oder dem Bereich Kunst am Bau. Mit dem Ausstellungsbeitrag “SPIEL + FORM” dokumentieren die angehenden Diplomdesigner/Holzgestaltung den “spielerischen Anteil” ihres Studiums. Die Ausstellung zeigt Ergebnisse besonders aus folgenden Aufgabenstellungen: “Tastflächen für Hände und Füße”, “Raster und Figur”, “Brettspiel – Spielbrett”, “Solitär”, “Schach”, “Formholz und Spiel” und “Kreisel aus Radien”. Ergänzt wird die Exposition mit einer Reihe von “Gitterflächen”. In ausgelegten Katalogen und Bilddokumentationen ist das gesamte Ausbildungsspektrum des Studienganges Holzgestaltung einsehbar.

17.10.2003
Fauna in Holz.
Tiervarianten gedrechselt, geschnitten, geschnitzt
Eine Museumssammlung unter einem besonderen Motto zu erkunden, kann sehr reizvoll sein. Das Thema "Tier" brachte dazu im Seiffener Spielzeugmuseum Exponate in die Vitrinen, welche bisher eher unbeachtet waren. So zum Beispiel eine Auswahl von gedrechselten Vögeln, um 1930 von Prof. Seifert, Grünhainichen, entwickelt. Hintersinniger Humor ist da zu entdecken, der auch manches bewegliche, Flügel schlagende Fahrtier kennzeichnet. Eine unscheinbare Kostbarkeit stellen zierlich beschnitzte Schäfchen von etwa 1900 dar, säuberlich beklebt mit Fell imitierendem Papier. Ebenso ästhetisch wirken ausdrucksstark beschnitzte Spielzeugpferde, möglicherweise aus Grödener Fabrikation. Zum Schmunzeln anregen dürften die possierlichen Affen- und Bärengestalten, die auf Entwürfe des Dresdners Karl Max Dittmann zurück gehen. Purzelbäume schlagen können ebenso die mit Nietengelenken versehenen Hunde und Bären der Werkstatt Schönherr in Seiffen. Gleich nebenan reißt ein grimmiger, auf Rollen fahrender Froschkönig sein Maul auf. Fahrende Spielzeug waren auch eine Spezialität von Otto Müller (1899-1970), dessen gefräste Flachtiere und Mustervorlagen in einer größeren Übersicht gezeigt werden. Nicht fehlen dürfen die Wackelenten, Pendelvögel und Storchenreiter. Eine Kollektionen von "Flachwaren", die einst aus dünnen Holzblättchen getanzt wurden, und eine Anzahl von Musterblättern runden die bis Ende Januar 2004 zu sehende Galerieausstellung im Seiffener Spielzeugmuseum ab.

01.07.2003
Sonderausstellung zum 100. Geburtstag
Im Spielzeugdorf Seiffen verband man gern den Familiennamen mit dem Produkt: Es gab z.B. einen Soldaten-Ehnert, den Klimperkasten-Kolbe und die Nussknacker-Füchtners. Letztere, die Füchtners in Oberseiffenbach, können in diesem Jahr den 100. Geburtstag von Kurt Füchtner (1903-1970) begehen, der den Familienbetrieb zu einer bedeutsamen Volkskunstwerkstatt entwickelt hat. Seinem Schaffen widmet sich unter dem Motto “Nussknacker - ein Handwerkerleben” eine neue Sonderausstellung in der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener Spielzeugmuseum. Kurt Füchtner hat mit seiner Tätigkeit aus der einstigen Nebenbeschäftigung des Großvaters und Vaters einen ganzjährigen Produktionsprozess gemacht. Vor allem in den 1950er Jahren wurden die alten Familienerzeugnisse weiter ausgeformt und durch neue Muster und Sujets ergänzt. Der Typ des farbintensiven, dekorativ ornamentierten Nussknacker-Königs mit schwarzem Hut und goldenen Zacken, eine Form, die um 1930 entstand, hat die Füchtnersche Werkstatt neben traditionellen Räuchermännern und den lichtertragenden Glockenbergleuten und -engeln zu einem weltbekannten Familienbetrieb werden lassen. Bilder, Muster, Zeitungsnotizen und Archivalien ergänzen die Ausstellung der historischen Figuren.

14.04.2003
Gesellenstücke zum Staunen
In der GALERIE IM TREPPENHAUS im Seiffener Spielzeugmuseum wird ab dem 15. April 2003 eine neue kleine Sonderausstellung gezeigt. Erstmals ist es möglich, einen Teil der im Jahr 2002 gefertigten und geprüften Abschlussarbeiten an der Seiffener Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule zu präsentieren. Mehr als 20 verschiedene gedrechselte, getischlerte, geschnitzte oder bemalte „Gesellenstücke“ attestieren den Leistungsstand der jungen Leute, die nach dreijähriger Ausbildung in die Praxis gegangen sind. Unterschiedliche technologische und gestalterische Möglichkeiten wurden genutzt: Im traditionellen Bereich bewegen sich Schwibbogen, Spinnenleuchter oder Pyramiden. Moderneres Formgut verwenden z.B. zwei Automodelle, eine Kinderzimmerleuchte oder ein Sortiment an „Babyspielzeug“. Berührungspunkte zum Produktionsprofil des Ausbildungsbetriebes haben andere, so eine Gruppe von Blumenkindern, eine weihnachtliche Dekorationsgruppe oder ein Baukastensystem. Der Anspruch insgesamt ist hoch, soll doch mit dem „Prüfstück“ ein Nachweis erbracht werden über eine eigenständige formale, mehr aber noch über eine handwerkliche Leistung. Kriterien dafür sind u.a. technologisch und ästhetisch sachgerechte Holzverbindungen und Oberflächen, aber auch Maßgenauigkeit und handwerklich „saubere“ Malerei. Die Ausstellung gibt zudem Auskunft über die Lehrbetriebe, in denen die einstigen Lehrlinge ihr praktisches Rüstzeug für die berufliche Laufbahn erhielten.

03.02.2003
100+EINS MEISTERSTÜCKE als Geburtstagsständchen
Es ist eine gute Tradition, in Seiffener Spielzeugmuseum "Meisterstücke" zu zeigen, oft wurden die Jubiläen des Hauses dazu genutzt. Ein grandioser Rückblick wurde so u.a. bereits 1973 mit dutzenden Meister- und Gesellenstücken gegeben. Diesmal war der Anspruch hoch - eine umfassende Schau sollte es werden, mit der Möglichkeit des Vergleiches und der Darstellung des Leistungsstandes einer Wirtschafts- und Kulturregion. Wohl eher zufällig werden seit wenigen Jahren die frühen Spielzeugmacher- und Drechslermeister mit dem "Goldenen Meisterbrief" geehrt; für die 50. Wiederkehr
ihres Meisterabschlusses. Das "goldene" Jubeljahr für das Spielzeugmuseum Seiffen wird insofern gerade mit dieser Ausstellung aufgewertet, da die Stücke der frühen 1950er Jahre 
eine wichtige Rolle spielen. Zugleich waren es doch auch besonders jene Meister (und Meisterbetriebe), die den Aufbau und das Werden und Wachsen des Seiffener Museums
aktiv begleitet und durch ihr Werkstattschaffen mit "jungen" Exponaten gefüllt haben. 
Bis 2002 entstanden sehr unterschiedliche Exponate - Vorlieben bestanden für exklusive Fahrzeugmodelle oder für aufwendige Spiellandschaften mit Figurenwelten, ebenso
fertigte man großformatige Weihnachtsdekorationen, reich mit Dekoren geschmückt oder in Variationen naturbelassener Hölzer.
Die Sonderschau, noch bis Oktober 2003 zu sehen, spiegelt eine beeindruckende Vielgestaltigkeit an innovativen und meisterlich gefertigten Einzelstücken. Manchem Meister bedeutete das "Stück" eher Anfang einer individuellen Entwicklung - andere zeigten in
der Handschrift der Familientradition ihre Könnerschaft. Zeitgeist, Modisches, farbige oder technologische Vorlieben verschiedener Epochen oder gar Experimentelles bestimmen die Eigenart der ausgestellten Arbeiten ebenso wie die einmalige Gesamtkonstellation der erzgebirgischen Spielzeugregion - mit ihren Besonderheiten wie das Reifendrehen oder die traditionelle Figurendrechselei. Die frühesten Drechselmeisterstücke stammen aus dem Jahr 1935, eine der ältesten Spielzeugmache-Meisterrarbeiten ist aus dem Jahr 1949 ein Schmuckkästen mit Intarsien.

06.01.2003
Doppeljubiläum im Zeichen der Volkskunst und Geschichte
Seiffener Museen haben 2003 zwei runde Geburtstage zu feiern
Geradezu als dörfliche Initiative, vor allem aber gefördert und gestalterisch begleitet durch die Handwerkerschaft und Volkskunstinteressierte der Region, war 1953 das Seiffener Spielzeugmuseum eröffnet worden. Aufbauend auf die im gleichen Gebäude zwischen 1936 bis 1942 bereits installiert gewesene Spielzeug-Werbeschau Seiffen hat die museale Einrichtung des Spielzeudorfes bis heute eine interessante und gewichtige Museumsgeschichte vorzuweisen. Als international bekanntes Fachmuseum für die erzgebirgische Holzspielware und die damit zusammenhängende weihnachtliche Volkskunst  haben bereits 8,8 Millionen Gäste die Ausstellungsräume mit der markanten 6,30 m hohen Schaupyramide besucht. Seit 1973 ist in Form des Freilichtmuseums ein zweiter besonderer Museumskomplex in Seiffen aufgebaut und mit wertvollen historischen Zeitzeugen gefüllt worden. Als "Hüter" des legendären Reifendrehens steht bis heute die historische Wasserkraftanlage von 1760 im Interesse der Besucher, wenn man hier tagtäglich dem Reifendreher bei der faszinierenden Arbeit zusehen kann. Der Rundgang durch 14 historische Gebäude und vor allem die Vorführungen zu den Tagen den Historischen Handerks lassen regionale Handwerkshistorie lebendig und anschaulich werden. Im ca. 7 ha. großen Museumsareal sind geschichtsträchtige Kostbarkeiten zu hause: Ein strohgedecktes Erzgebirgshaus, schmucke Schindelgiebel, eine Kohlen-Meileranlage, ein Wasserkraft-Sägewerk sowie umfangreich und original ausgestattete Werkstätten oder Stuben. Exlusive Sonderaustellungen und ein reichhaltiges Begleitprogramm zum 50. bzw. 30. Geburtstag sind geplant: So darf man sich auf “100 + EINS MEISTERSTÜCKE” im Spielzeugmuseum freuen. Ein Geburtstagswochenende am 5./6. Juli lockt mit einer langen Museumsnacht. Handwerks- und Festtage im Freilichtmuseum, u.a. am 29.- 31. Mai 2003, versprechen besondere Museumserlebnisse.
25.11.2002

Gläserne Kugeln und Reifentiere am Faden
Spielzeugmuseum Seiffen präsentiert ab 28. November 
vielfältigen Christbaumschmuck
Traditionell ist das Seiffener Spielzeugmuseum in der Advents- und Weihnachtszeit festlich geschmückt. Im Dezember 2002  begleiten die Museumsbesucher beim Ausstellungsrundgang geschmückte Tannenbäume. In Vitrinen und auf  Bildtafeln wird von den historischen Wurzeln des Christbaumschmuckes erzählt. Vom Historismus beginnend, über Formen des Jugendstiles bis hin zum Christbaumschmuck der 1930er und 1950er Jahre, werden Ausschnitte einer sehr wechselvollen Geschichte beleuchtet. Dickwandige Biedermeierkugeln mit ihrer Bleiverspiegelung gehören wie Rauschgoldengel und seltene Thüringer Hohlglasformen zu den Kostbarkeiten der Schau. Der Christbaum war stets auch Spiegelbild der gesellschaftlichen Befindlichkeit, wie unter anderem die hölzernen Formen des Winterhilfswerkes um 1940 deutlich machen. Schmücken bedeutet seit Jahrzehnten, zerbrechliche Dinge aus Kartons und Kistchen hervorzugramen, Zeitungsreste vergangener Jahre erneut zu lesen und mit Muße Kerzen, Glocken oder Glitzerwatte auf dem Baum zu verteilen. Mit den Schaubäumen im Museum werden zugleich kreative Möglichkeiten aufgezeigt, sich eigene, individuelle Verzierungen und Dekore zu schaffen. Ein besonderes Erlebnis versprechen ungewöhnliche, experimentelle und skurrile Formen, darunter dekorative Muster, die in der Technologie des Reifendrehens entstanden sind.

08.10.2002
Was hat der Engel unterm Kleid?
Im Oktober 2002 wurden in der GALERIE IM TREPPENHAUS Objekte und Unterlagen zu Fragen der Restaurierung gezeigt. Im Mittelpunkt stand die beeindruckende wissenschaftliche und handwerkliche Arbeit des in Beierfeld wohnenden Fachexperten Gerhard Riebel. Er hat sich ein gutes halbes Jahr intensiv mit einem Lichterengel beschäftigt, welcher seit einigen Jahren im Besitz des Seiffener Museums ist und bisher relativ unbeachtet war. Selbst die unsachgemäßen Ergänzungen aus der Vorbesitzerzeit konnten ihm als fachkundigen Sammler nicht verbergen, dass es sich hier um einen sehr alten und gestalterisch bemerkenswerten Lichterengel handeln muss. Die kleine Schau zeigte die restauratorischen Arbeitsschritte und Untersuchungen und präsentierte schließlich jenen wohl doch ein wenig sensationellen Befund: Dieser Engel aus dem Raum Ehrenfriedersdorf dürfte mit seiner Entstehungszeit um 1830-1850 einer der ältesten Engelfiguren in gedrechselter Form sein. Die freigelegten Bemalungen und andere Formmerkmale belegen biedermeierliche Einflüsse. In einem Versuch der experimentellen Kopie und Rekonstruktion schuf Gerhard Riebel eine zweite Figur, die die belegbaren Fakten ins Anschauliche überträgt. Beide, das Original und die Kopie, sind von beeindruckender Klarheit und Anmut. In der Schau erfuhr der Besucher weiterhin etwas zu Schadensbildern und deren Diskussion. Vorgestellte Dokumentationsunterlagen zu der restauratorischen Arbeit am Spielzeugmuseum ergänzten die Exposition.

03.04.2002
Sammlerglück in Vitrinen
Sonderausstellung im Spielzeugmuseum Seiffen zeigt Neuerwerbungen
Im Zentrum aller musealer Bemühungen, auch am Seiffener Spielzeugmuseum, steht die Erweiterung der Sammlung. Da ist man sehr wohl auf Zufälle angewiesen, aber vielmehr strebt man beständig danach, Sammlungslücken zu schließen. Den Reiz einer
Überblicksschau zu dieser Sammeltätigkeit machen sowohl die vielgestaltigen Kleinigkeiten, aber auch Nachlässe und einmalige Raritäten aus. Unter dem Motto “Sammeln und Bewahren” zeigt das Spielzeugmuseum Seiffen ab April 2002 bis Anfang 2003 eine Auswahl an Exponaten, die in den letzten 10 Jahren in den Museumsfundus gekommen sind. Darunter zu finden sind u.a. farbiger Tischschmuck aus den frühen
1950er Jahren, Kuriositäten aus Hobbywerkstätten, zahlreiche Schenkungen der Handwerkerschaft, Erwerbungen aus den USA und seltene Kostbarkeiten. Zu letzteren dürften mehrere Klimperkästchen aus der Werkstatt Ehnold (Seiffen 1938) und die Marktgruppe mit Figuren und Ständen aus der Zeit um 1870 gehören. 
Stand: 02.05.2007
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