DAS
   FREILICHTMUSEUM SEIFFEN
SCHAUEN · ERLEBEN · STAUNEN · VERSTEHEN

GESCHICHTE DES FREILICHTMUSEUMS

Preißler'sches Wasserkraftdrehwerk
Wasserkraft und Reifendrehen

    Ansatzpunkt bildete das in situ erhalten gebliebene Preißler'sche Wasserkraftdrehwerk von 1760, in dem bereits 1956 der Versuch unternommen wurde, die technische Anlage dem Besucher in Funktion zugängig zu machen. In das Umfeld dieses Denkmales, strukturiert in einer für die Kammlandschaft des Erzgebirges typischen Streusiedlung, wurden seit 1971 bis heute 13 Gebäudekomplexe transferiert.

    Die Häuser, Scheunen, Schuppen oder technischen Anlagen stammen aus der Region des mittleren Erzgebirges. Sie waren vor allem unter dem Aspekt der traditionellen Holzbe- und verarbeitung ausgewählt worden, welche wesentlich die ökonomischen und soziokulturellen Bedingungen des Gebietes bestimmte.

Erzgebirgische Spielwarenfertigung
Spielzeug aus Holz

    Seit Eröffnung des Freilichtmuseums im Mai 1973 steht im Mittelpunkt der musealen Präsentation die erzgebirgische Spielwarenfertigung, die in ihrer Spezifik und Konzentration für einen Teil des Erzgebirges seit über 2 Jahrhunderten identitätsprägend war und ist.

    Das Drechseln, das Reifendrehen, das Drücken von Massefiguren sind charakteristische Technologien. Schließlich ist selbst der dargestellte kleinbäuerliche Komplex im Nebenerwerb an das bodenständige Holzgewerbe gebunden gewesen.

Das erzgebirgische Leben
Wohnen und Arbeiten

    Das Freilichtmuseum Seiffen sieht seine Aufgabe vor allem im Sammeln, Bewahren und Erforschen jener bodenständigen Sachzeugen, die im Zusammenhang mit der sozialen, handwerklichen und technischen Entwicklung des Erzgebirges stehen. Diese Originalbelege einstiger ländliche Alltagskultur - vom kompletten Haus mit seinem landschaftlichen Umfeld über umfassende Werkstatteinrichtungen bis hin zum Kleidungsstück - werden im Museum in bestimmter Beziehungsvielfalt gezeigt und sollen sowohl der Bildung als auch der ästhetischen Erbauung dienen.

    Ein museumsdidaktisches Ziel besteht darin, Bereiche und Ausschnitte des erzgebirgischen Lebens zu dokumentieren, dies allerdings am konkreten Beispiel und mit originalen Objekten.

Museales Gebäudekonzept
Haus und Handwerk im Kontext

    Ein dem Gebäude angemessenes museales Konzept, das festlegt, wo und wie sich Gebäude und Einrichtung dem Besucher nach der Umsetzung ins Museumsgelände präsentieren, soll soziale, historische, technische oder architektonische Aussagen erfahrbar machen.

    Mitunter werden Exponate verschiedenster Herkunft gebraucht, um eine gewünschte Darstellungsabsicht zu realisieren. Historische Werkstätten sind in der Regel funktionsfähig und werden an speziellen Tagen des historischen Handwerks in Betrieb genommen.

Erhaltung der Gebäude
Erleben und Verstehen

    Die Funktion des Bewahrens hat für unser Museum verschiedene Bedeutungen. Zum einen sollen Originalbauteile wie auch authentische Bauweisen und Baustoffe überliefert werden. Insofern werden vor und beim Abbau alle Befunde sorgfältig dokumentiert. Ergänzungen und Restaurierungen werden, wenn das Konzept dies vorsieht, in überlieferter Technik ausgeführt. Als größtes Problem stellt sich die langfristige Erhaltung der mitunter über 200 Jahre alten Bauwerke dar.

    Als wirksame Mittel gegen den Verfall erwiesen sich, neben kontinuierlichen Konservierungsmaßnahmen, ein moderner Baugrund und eine maßvolle Temperierung. Absperrungen, Schutztüren mit Glas oder gänzlich verschlossene Räume werden von Besuchern bedauert, sie gehören jedoch heute zum Alltag und gliedern sich in die zukunftsgerichtete, bewahrende Gesamtaufgabe eines Freilichtmuseums ein.



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