DAS
   FREILICHTMUSEUM SEIFFEN
SCHAUEN · ERLEBEN · STAUNEN · VERSTEHEN

AUSSTELLUNGEN IM FREILICHTMUSEUM


Der Strom kommt ins Dorf (bis 31.12.2017)

Zur Problematik der Elektrifizierung des mittleren Erzgebirges

› Begleitschrift zur Ausstellung
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    Seit 1981 hat die einst in den Jahren 1912/1913 in Deutscheinsiedel errichtete Trafostation im Freilichtmuseum Seiffen ihr neues Zuhause gefunden. Dieses eigenartige, in Fachwerkbauweise ausgeführte Gebäude mit seiner hohen, schlanken Gestalt steht seitdem für eine neue Epoche einschneidender Veränderungen in der ländlichen Wohn- und Arbeitswelt. Die elektrische Energie hat dem Erzgebirge des 20. Jahrhunderts neue kreative Potenzen eröffnet. Die thematische Aussstellung beschreibt die Anfänge der Elektroenergienutzung im mittleren Erzgebirge.


Wäsche und Hauswirtschaft (bis 31.12.2020)

Waschen, Bleichen, Stärken - Trocknen, Mangeln, Bügeln

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    Die Ausstellung basiert auf Beschreibungen aus dem Jahr 1860 und zeigt Exponate, die im Umfeld einer Kleinbäuerlichen Wirtschaft im Erzgebirge bis in die 1930er Jahre in Gebrauch gewesen sind. Unsere Vorstellungen von steriler Sauberkeit im häuslichen Bereich u.a. bei Tragezeiten von Textilien lassen sich nicht auf die Zeit vor über 100 Jahren übertragen. Die Vielfalt der Tätigkeiten im Haus einer kleinbäuerlichen Wirtschaft (Tiere, Futter, Vorrat sowie Kochen, Waschen oder Reparaturen) setzte damals andere Prioritäten und Leistungsgrenzen. Vorzug hatte alles, was mit Ernährung im weitesten Sinne verbunden war.
    Auch dürfen wir nicht von unserer Knopfdruckmentalität aus einen kritischen Blick auf die Zustände dieser Zeit werfen. Manches, was heute als nachlässig empfunden werden könnte, war damals dem damit verbundenen Aufwand geschuldet. Das Bereiten von warmem Wasser zum Beispiel begann schon lange „vorher“. Viel Arbeit und Zeit waren z.B. notwendig, eh die Holzscheite neben dem Ofen lagen, um damit zu heizen. Kaum etwas konnte nebenbei geschehen, fast immer war die ganze Person gefordert, die dann woanders fehlte.
    In dieser Ausstellung lassen sich die reale Lebensbedingung nur schwer darstellen und vom Museumsbesucher nachvollziehen. Das unangenehme Stehen im Rauch einer Schwarzen Küche, das Schleppen von Wasser, die Kälte oder auch „nur die Armut, etwas einfach nicht ersetzen zu können und laufend zu reparieren, das ist für uns heute kaum vorstellbar. Dazu kamen oft schon in jungen Jahren gesundheitliche Probleme wie Gicht und Rheuma.


Massefiguren aus dem Erzgebirge (bis 31.12.2020)

Massefigurenfertigung im sächsisch-böhmischen Erzgebirge einschließlich einer historischen Werkstatt eines Massedrückers

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    Neben hölzernen Erzeugnissen wurden seit Anfang des 19. Jahrhunderts auch aus Masse gedrückte Spieldinge hergestellt. Während geschnitzte Figuren vergleichsweise teuer waren, konnten detailreich modellierte, wirklichkeitsnah bemalte Massefiguren ein preiswerter Ersatz sein. Im böhmischen Erzgebirge rund um Oberleutensdorf und Katharinaberg, in der Seiffener Region und im Raum Waldkirchen fand diese Technologie ihre Anwendung. Steigende Holzpreise, doch vielmehr der Käuferwunsch nach naturgetreuen Darstellungen ließen solcherart Figuren nach 1850 größere Verbreitung finden. Verbindungen zur älteren Thüringer Papiermachétechnologie sind nachweisbar. Es wird die Raum- und Arbeitssituation einer Massefigurenwerkstatt um 1900 (1890 bis 1930) dargestellt. Mit originalen Möbeln, Maschinen, Werkzeugen und deren Ergänzung durch museal rekonstruierte Einrichtungskomponenten wird dem Besucher im räumlich-visuellen wie auch haptischen Sinne (letzteres nur bei geführtem Rundgang und durch Betreten) eine Vorstellung von der einstigen Wohn- und Lebenswelt vermittelt. Die Ergänzung der Installation durch Rohstoffe, Hilfsmaterialien, Halbzeugen oder Mustern der ehemaligen seriellen Fertigung ermöglicht den Nachvollzug der technologischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge.



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