BESUCHERSERVICE
BESUCHERSERVICE
AKTUELLE INFORMATIONEN
AKTUELLE INFORMATIONEN
SPIELZEUGMUSEUM
SPIELZEUGMUSEUM
FREILICHTMUSEUM
OPEN AIR MUSEUM
ENTWICKLUNG FREILICHTMUSEUM
GEBÄUDEPLAN FREILICHTMUSEUM
DREHWERK VON 1760
WERKSTÄTTEN
HISTORISCHE HANDWERKERTAGE
ZIEL 3
AUSSTELLUNGEN
AUSSTELLUNGEN
VERANSTALTUNGEN
VERANSTALTUNGEN
BESUCHER-ARCHIV
BESUCHER-ARCHIV
FÖRDERVEREIN
FÖRDERVEREIN
IMPRESSUM
HOME > MUSEUMS - LOGO Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen mit Freilichtmuseum
F R E I L I C H T M U S E U M

HISTORISCHE WERKSTÄTTEN
Spielzeugmacher-Werkstatt Malstube und Werkstatt
Werkstatt
Spielzeugmacherwerkstatt
Das Anwesen des Spielzeugherstellers war ursprünglich Bestandteil einer lockeren Siedlungsreihe, in der viele Spielzeugmacher ihre Heimstatt hatten. Unsere Museumskonzeption brachte im rechten Gebäudeteil eine solche umfänglich erhaltene Werkstatt der Seiffener Spielwarenhersteller Max und Otto Walther unter. Sie arbeiteten noch bis in die 1970er Jahre hinein in althergebrachter Weise. Werk- und materialgerecht fertigten sie vor allem Fahrtiere, die größeren aus Fichtenholz geschnitten und mit wuchtigen Hieben auf der Schnitzbank bearbeitet. Als Zeitschnitt für das Gesamthaus wurden die 20er Jahre gewählt. Vorrangige Absicht war es dabei, all jene Veränderungen und Novitäten im erzgebirgischen Haus aufzuzeigen, die mit der Elektrifizierung einhergingen. Besonders deutlich vollzog sich ein Wandel in der Werkstattausstattung. Ein Elektromotor treibt hier eine kleine Transmission an, die am stabilen Fachwerk angebracht wurde. Die Bauuntersuchung belegte Art und Umfang dieses ehemaligen Fachwerkes im Erdgeschoß, das auf einem breiten, steingemauerten Füllmund liegt. Breite, großflächige Wandbänke kamen als Ablageflächen dem Werkstattbetrieb entgegen, selbst der Motor findet hier ausreichend Platz. Die große Bandsäge diente den Gebrüdern Walther zum Ausschneiden der mit Papp- oder Holzschablonen vorgezeichneten Grundform. Mitlaufende Trommeln waren für das Abrunden geschnittener Teile bestimmt. Die kleine Tischkreissäge gestattete genaueste Schneidearbeiten.
Spankorbmacher Werkstatt des Spankorbmachers Spankorbmacherwerkstatt
Der in diesem Haus dargestellte Beruf des Spankorbmachers ist in dieser konkreten Ausprägung eine Eigenart des mittleren Erzgebirges und war beispielsweise in Dörnthal oder Voigtsdorf, aber auch in Seiffen oder Rübenau beheimatet. Leider ist es ein aussterbendes Handwerk, das nur noch von wenigen beherrscht wird. Dieses Korbmachen unterscheidet sich stark vom Weidenrutenflechten und ist wegen des verwendeten Materials auch von dem im Ort Lauter (Westerzgebirge) üblichen Körbemachen abzugrenzen. Während in Lauter die zu flechtenden Späne (Schienle) gemäß der Jahrringe aus Fichtenholz gespalten bzw. gezogen werden, verwendet unser Verfahren das Holz der Esche, der Haselnuß, der Weide oder der Rotbuche. Der hiesige Spankorbmacher zieht mit dem zweigriffigen Zugmesser dünne Späne so ab, daß deren natürliche Holzfaserung kaum zerstört ist. Diese elastischen und biegfesten Späne werden auf der Schnitzbank geglättet und anschließend je nach Stärke drei bis 6 Stunden ins Wasser gelegt. Teilweise wird das zu verarbeitende Material auch im eisernen Ofen der Werkstatt gedämpft, bevor es gebogen und verflochten wird. Der Aufbau der meisten Korbformen beginnt beim Boden, mitunter wird durch verschiedenfarbige Späne ein einfaches Muster erzielt. Kleinwerkzeuge und Hilfsmittel bilden neben der Axt, einigen Sägen und verschiedenen Messern die spärliche Ausstattung der kleinen Werkstatt.
Fertiggestellte Korbwaren wurden auf dem Dachboden und im Anbau bis zur Ablieferung an den Händler gestapelt. Unter dem Dach standen Schiebbock wie auch Schlitten zum Transport bereit.
Stellmacher Werkzeugschrank und Blick in die Werkstatt
Stellmacherwerkstatt
Die komplette Werkstatt eines Stellmachers konnte als Nachlaßübernahme erworben werden und stellt im Ausstattungsgrad den Standard der Jahrhundertwende dar. Die zwei vor den Fenstern stehenden Hobelbänke waren als Einspann- und Haltevorrichtungen für die vielfältigen Arbeiten des Stellmachers unabdingbar. An der hinteren Wand stehen Drechselbank und Bohrbank, die über Schnuren und Riemen mit der kleinen Transmission verbunden sind. Hunderte Spezialwerkzeuge und Unmengen von Lehren, Meß- und Hilfsvorrichtungen zeugen von der Vielfalt und Präzision stellmacherischen Arbeitens. Der Raum wurde mit einer Petroleumlampe beleuchtet, die an einem drehbaren Lampengalgen an den jeweiligen Arbeitsplatz gebracht werden konnte. Großvolumige Arbeitsschritte mußten, wenn nicht im Freien, dann im Schuppenanbau erledigt werden. Auf einer einfachen Drechselvorrichtung (Spandrehbank) mit Hämmern als Schwungmasse konnten Leuchtspäne gefertigt werden. Hier steht auch die liegende Bandsäge mit Schwungrad und Handkurbel. An sie sind über eine Treibschnur die beiden Kleinmaschinen in der Werkstatt gekoppelt.
Neben der Fertigung von Wagen, Schlitten und landwirtschaftlichen Geräten waren es vor allem Reparaturen, die der Stellmacher ausführte. Während unter Umständen ein Wagengestell noch vom Tischler gefertigt werden konnte, war die Radherstellung allein Sache des Spezialisten. Der Umgang mit dem Felgenzirkel oder das Bohren der Radnabe mit dem Nabenbohrer, zumeist zu Dritt, wollte gelernt sein. Wagner und Schmied waren wohl mit die wichtigsten Handwerker im Dorf und hatten oft eng miteinander zu tun.
Sägewerk Einblattgatter Wasserkraft-Sägewerk
Bauhandwerk und dörfliches Kleingewerbe ließen sich auch im Erzgebirge bereits sehr früh "Sägeware" aus den "Schneidmühlen" liefern. Unser Sägewerk zeigt die typische Zweiteilung solcher Anlagen. Oben betritt man den Sägeboden, der in einem mit Brettern beschlagenen Fachwerkbau untergebracht ist. Hier befinden sich heute drei verschiedene Sägen. Darunter liegt in einem aus Stein gemauerten Untergeschoß der sogenannte Gatterkeller, der neben dem Antrieb auch zum Sammeln der Schneidspäne dient. Ein Anbau an der Traufseite beherbergt das oberschlächtige Wasserrad mit 4 m Durchmesser. In der Verlängerung des Wasserradschuppens ist der sogenannte "Fuchsschwanz" eingebaut. Diese besonders für das erzgebirgische Spielwarengebiet typische Sägemaschine dient vor allem zum Trennen von kurzen, sehr starken Laubhölzern oder tropischen Hölzern, um sie für die Weiterverarbeitung auf der Kreissäge (Ausriegelbank) vorzubereiten. Mechanische "Fuchsschwänze" wurden Ende des 19. Jahrhunderts üblich und im Freien oder in Anbauten aufgestellt. Ein Exzenter treibt das an der geteilten Schubstange befestigte Sägeblatt an. Zwischen den Schubstangen befindet sich eine Lagervorrichtung, die mitschwingt - im Volksmund als "Geige" bezeichnet.
Anfänglich waren es Bretter und Bohlen, die in den wasserkraftbetriebenen Anlagen geschnitten wurden. Ausgangsmaterial war Rundholz, das ursprünglich nur auf dem Einblattgatter mit Kurbelantrieb zertrennt wurde. Im Vergleich zur kräftezehrenden Klobsäge, die mindestens von zwei Männern bedient werden mußte, war das ein entscheidender wirtschaftlicher (und auch kultureller) Fortschritt. Der Holzstamm wird für den Sägeschnitt auf einem Fahrgestell, dem Blockwagen, befestigt. Die hölzerne Zahnstange an der Unterseite des Wagens wird mit jeder Aufwärtsbewegung des Gatterrahmens durch ein Setzzahnrad ein Stück vorgeschoben. Vorschub und Schnittgeschwindigkeit lassen sich verstellen. Die Wagengröße läßt jedoch nur eine maximale Stammlänge von 5 m zu. Ist das Stammende fast erreicht, wird der Wagen zurückgefahren, der Stamm neu eingerichtet und der nächste Schnitt ausgeführt. Ein Durchschneiden bis zum Ende ist nicht möglich, das vollständige Ablösen muß mit der Hand erfolgen. Trotz dieser zeitaufwendigen Arbeitsweise hielt sich diese Sägeart noch lange Zeit. Erst am Ende des 19. Jh. wurden zunehmend Vollgatter mit mehreren Blättern in die Wasserkraftanlagen eingebaut, teils neben der althergebrachten Säge. In einem Arbeitsgang konnten nun gleich mehrere Schnitte ausgeführt oder beispielsweise mehrere Bretter aus dem Stamm geschnitten werden. Zudem entfiel bei einem solchen Gatter die Begrenzung der Stammlänge. Eine Grenze im bearbeitbaren Stammdurchmesser setzte die Rahmengröße. Entsprechend der Einschnittmaße wurden die Sägeblätter unter Verwendung von Abstandslehren eingehangen. Bei Brettware folgte zuletzt das Besäumen, indem auf einer an der Außenwand installierten Besäumsäge die natürlichen Baumkanten abgetrennt wurden.
Gatterkeller Blick in den Gatterkeller Die Antriebs- und Steuermechanismen für Gatter und Säge liegen im Untergeschoß. Hier wird die Kraft des Wasserrades über das Stirnradgetriebe auf eine Haupttransmission gebracht. Flachriemen aus Leder liegen auf hölzernen Riemenscheiben und übermitteln die Drehbewegung hinauf zur Besäumsäge und nach vorn auf die Exzenterantriebe der Gatter. Dort wird aus der Kreisbewegung die notwendige vertikale, geradlinige Kraft des Sägeblattes und der Impuls für den Holzvorschub. Hebel und Gestänge, die vom
Sägeboden aus bedient werden können, lassen die Riemen zwischen der Treib- und Leerscheibe gleiten und gestatten das An- und Abstellen des Sägevorganges. Schließlich sind unter den Gattern und der Säge Spänerutschen angebracht, die verhindern, daß Schneidabfälle auf die Antriebe fallen.
In einem Sägewerk unserer Ausstattung arbeiteten in der Regel 2 bis 3 Personen. Das Stammholz wurde vom Lagerplatz auf einem kleinen Schienensystem mittels Hunten zum Sägeboden befördert. Gearbeitet wurde stets nur auf einer der Sägen, denn die Kraft des Wasserrades reichte gerade dafür aus. Pro Minute sind ca. 60 Kubikmeter Wasser notwendig, um eine ausreichende Leistung zu erzielen. Das bedeutet, daß die hölzerne Wasserrinne bis zum Rand gefüllt sein muß.
Stand: 01.04.2002
home | sitemap | e-mail | aktuell | impressum- nach oben -NACH OBEN