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Erzgebirgisches
Spielzeugmuseum Seiffen mit Freilichtmuseum
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R E I L I C H T M U S E U M |
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Malstube und Werkstatt
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Spielzeugmacherwerkstatt
Das Anwesen
des Spielzeugherstellers war ursprünglich Bestandteil einer
lockeren Siedlungsreihe, in der viele Spielzeugmacher ihre Heimstatt hatten.
Unsere Museumskonzeption brachte im rechten Gebäudeteil eine solche
umfänglich erhaltene Werkstatt der Seiffener Spielwarenhersteller
Max und Otto Walther unter. Sie arbeiteten noch bis in die 1970er Jahre
hinein in althergebrachter Weise. Werk- und materialgerecht fertigten sie
vor allem Fahrtiere, die größeren aus Fichtenholz geschnitten
und mit wuchtigen Hieben auf der Schnitzbank bearbeitet. Als Zeitschnitt
für das Gesamthaus wurden die 20er Jahre gewählt. Vorrangige
Absicht war es dabei, all jene Veränderungen und Novitäten im
erzgebirgischen Haus aufzuzeigen, die mit der Elektrifizierung einhergingen.
Besonders deutlich vollzog sich ein Wandel in der Werkstattausstattung.
Ein Elektromotor treibt hier eine kleine Transmission an, die am stabilen
Fachwerk angebracht wurde. Die Bauuntersuchung belegte Art und Umfang dieses
ehemaligen Fachwerkes im Erdgeschoß, das auf einem breiten, steingemauerten
Füllmund liegt. Breite, großflächige Wandbänke kamen
als Ablageflächen dem Werkstattbetrieb entgegen, selbst der Motor
findet hier ausreichend Platz. Die große Bandsäge diente den
Gebrüdern Walther zum Ausschneiden der mit Papp- oder Holzschablonen
vorgezeichneten Grundform. Mitlaufende Trommeln waren für das Abrunden
geschnittener Teile bestimmt. Die kleine Tischkreissäge gestattete
genaueste Schneidearbeiten.
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Werkstatt des Spankorbmachers |
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Spankorbmacherwerkstatt
Der in diesem Haus dargestellte
Beruf des Spankorbmachers ist in dieser konkreten Ausprägung
eine Eigenart des mittleren Erzgebirges und war beispielsweise in Dörnthal
oder Voigtsdorf, aber auch in Seiffen oder Rübenau beheimatet. Leider
ist es ein aussterbendes Handwerk, das nur noch von wenigen beherrscht
wird. Dieses Korbmachen unterscheidet sich stark vom Weidenrutenflechten
und ist wegen des verwendeten Materials auch von dem im Ort Lauter (Westerzgebirge)
üblichen Körbemachen abzugrenzen. Während in Lauter die
zu flechtenden Späne (Schienle) gemäß der Jahrringe aus
Fichtenholz gespalten bzw. gezogen werden, verwendet unser Verfahren das
Holz der Esche, der Haselnuß, der Weide oder der Rotbuche. Der hiesige
Spankorbmacher zieht mit dem zweigriffigen Zugmesser dünne Späne
so ab, daß deren natürliche Holzfaserung kaum zerstört
ist. Diese elastischen und biegfesten Späne werden auf der Schnitzbank
geglättet und anschließend je nach Stärke drei bis 6 Stunden
ins Wasser gelegt. Teilweise wird das zu verarbeitende Material auch im
eisernen Ofen der Werkstatt gedämpft, bevor es gebogen und verflochten
wird. Der Aufbau der meisten Korbformen beginnt beim Boden, mitunter wird
durch verschiedenfarbige Späne ein einfaches Muster erzielt. Kleinwerkzeuge
und Hilfsmittel bilden neben der Axt, einigen Sägen und verschiedenen
Messern die spärliche Ausstattung der kleinen Werkstatt.
Fertiggestellte Korbwaren
wurden auf dem Dachboden und im Anbau bis zur Ablieferung an den Händler
gestapelt. Unter dem Dach standen Schiebbock wie auch Schlitten zum Transport
bereit.
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Werkzeugschrank und Blick in die Werkstatt
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Stellmacherwerkstatt
Die komplette
Werkstatt eines Stellmachers konnte als Nachlaßübernahme
erworben werden und stellt im Ausstattungsgrad den Standard der Jahrhundertwende
dar. Die zwei vor den Fenstern stehenden Hobelbänke waren als Einspann-
und Haltevorrichtungen für die vielfältigen Arbeiten des Stellmachers
unabdingbar. An der hinteren Wand stehen Drechselbank und Bohrbank, die
über Schnuren und Riemen mit der kleinen Transmission verbunden sind.
Hunderte Spezialwerkzeuge und Unmengen von Lehren, Meß- und Hilfsvorrichtungen
zeugen von der Vielfalt und Präzision stellmacherischen Arbeitens.
Der Raum wurde mit einer Petroleumlampe beleuchtet, die an einem drehbaren
Lampengalgen an den jeweiligen Arbeitsplatz gebracht werden konnte. Großvolumige
Arbeitsschritte mußten, wenn nicht im Freien, dann im Schuppenanbau
erledigt werden. Auf einer einfachen Drechselvorrichtung (Spandrehbank)
mit Hämmern als Schwungmasse konnten Leuchtspäne gefertigt werden.
Hier steht auch die liegende Bandsäge mit Schwungrad und Handkurbel.
An sie sind über eine Treibschnur die beiden Kleinmaschinen in der
Werkstatt gekoppelt.
Neben der Fertigung von
Wagen, Schlitten und landwirtschaftlichen Geräten waren es vor allem
Reparaturen, die der Stellmacher ausführte. Während unter Umständen
ein Wagengestell noch vom Tischler gefertigt werden konnte, war die Radherstellung
allein Sache des Spezialisten. Der Umgang mit dem Felgenzirkel oder das
Bohren der Radnabe mit dem Nabenbohrer, zumeist zu Dritt, wollte gelernt
sein. Wagner und Schmied waren wohl mit die wichtigsten Handwerker im Dorf
und hatten oft eng miteinander zu tun.
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Einblattgatter |
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Wasserkraft-Sägewerk
Bauhandwerk und dörfliches
Kleingewerbe ließen sich auch im Erzgebirge bereits sehr früh
"Sägeware" aus den "Schneidmühlen" liefern. Unser
Sägewerk zeigt die typische Zweiteilung solcher Anlagen. Oben
betritt man den Sägeboden, der in einem mit Brettern beschlagenen
Fachwerkbau untergebracht ist. Hier befinden sich heute drei verschiedene
Sägen. Darunter liegt in einem aus Stein gemauerten Untergeschoß
der sogenannte Gatterkeller, der neben dem Antrieb auch zum Sammeln der
Schneidspäne dient. Ein Anbau an der Traufseite beherbergt das oberschlächtige
Wasserrad mit 4 m Durchmesser. In der Verlängerung des Wasserradschuppens
ist der sogenannte "Fuchsschwanz" eingebaut. Diese besonders für das
erzgebirgische Spielwarengebiet typische Sägemaschine dient vor allem
zum Trennen von kurzen, sehr starken Laubhölzern oder tropischen Hölzern,
um sie für die Weiterverarbeitung auf der Kreissäge (Ausriegelbank)
vorzubereiten. Mechanische "Fuchsschwänze" wurden Ende des 19. Jahrhunderts
üblich und im Freien oder in Anbauten aufgestellt. Ein Exzenter treibt
das an der geteilten Schubstange befestigte Sägeblatt an. Zwischen
den Schubstangen befindet sich eine Lagervorrichtung, die mitschwingt -
im Volksmund als "Geige" bezeichnet.
Anfänglich waren es
Bretter und Bohlen, die in den wasserkraftbetriebenen Anlagen geschnitten
wurden. Ausgangsmaterial war Rundholz, das ursprünglich nur auf dem
Einblattgatter mit Kurbelantrieb zertrennt wurde. Im Vergleich zur kräftezehrenden
Klobsäge, die mindestens von zwei Männern bedient werden mußte,
war das ein entscheidender wirtschaftlicher (und auch kultureller) Fortschritt.
Der Holzstamm wird für den Sägeschnitt auf einem Fahrgestell,
dem Blockwagen, befestigt. Die hölzerne Zahnstange an der Unterseite
des Wagens wird mit jeder Aufwärtsbewegung des Gatterrahmens durch
ein Setzzahnrad ein Stück vorgeschoben. Vorschub und Schnittgeschwindigkeit
lassen sich verstellen. Die Wagengröße läßt jedoch
nur eine maximale Stammlänge von 5 m zu. Ist das Stammende fast erreicht,
wird der Wagen zurückgefahren, der Stamm neu eingerichtet und der
nächste Schnitt ausgeführt. Ein Durchschneiden bis zum Ende ist
nicht möglich, das vollständige Ablösen muß mit der
Hand erfolgen. Trotz dieser zeitaufwendigen Arbeitsweise hielt sich diese
Sägeart noch lange Zeit. Erst am Ende des 19. Jh. wurden zunehmend
Vollgatter mit mehreren Blättern in die Wasserkraftanlagen eingebaut,
teils neben der althergebrachten Säge. In einem Arbeitsgang konnten
nun gleich mehrere Schnitte ausgeführt oder beispielsweise mehrere
Bretter aus dem Stamm geschnitten werden. Zudem entfiel bei einem solchen
Gatter die Begrenzung der Stammlänge. Eine Grenze im bearbeitbaren
Stammdurchmesser setzte die Rahmengröße. Entsprechend der Einschnittmaße
wurden die Sägeblätter unter Verwendung von Abstandslehren eingehangen.
Bei Brettware folgte zuletzt das Besäumen, indem auf einer an der
Außenwand installierten Besäumsäge die natürlichen
Baumkanten abgetrennt wurden. |
Blick in den Gatterkeller |
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Die Antriebs-
und Steuermechanismen für Gatter und Säge liegen im Untergeschoß.
Hier wird die Kraft des Wasserrades über das Stirnradgetriebe auf
eine Haupttransmission gebracht. Flachriemen aus Leder liegen auf hölzernen
Riemenscheiben und übermitteln die Drehbewegung hinauf zur Besäumsäge
und nach vorn auf die Exzenterantriebe der Gatter. Dort wird aus der Kreisbewegung
die notwendige vertikale, geradlinige Kraft des Sägeblattes und der
Impuls für den Holzvorschub. Hebel und Gestänge, die vom
Sägeboden aus bedient
werden können, lassen die Riemen zwischen der Treib- und Leerscheibe
gleiten und gestatten das An- und Abstellen des Sägevorganges. Schließlich
sind unter den Gattern und der Säge Spänerutschen angebracht,
die verhindern, daß Schneidabfälle auf die Antriebe fallen.
In einem Sägewerk unserer
Ausstattung arbeiteten in der Regel 2 bis 3 Personen. Das Stammholz wurde
vom Lagerplatz auf einem kleinen Schienensystem mittels Hunten zum Sägeboden
befördert. Gearbeitet wurde stets nur auf einer der Sägen, denn
die Kraft des Wasserrades reichte gerade dafür aus. Pro Minute sind
ca. 60 Kubikmeter Wasser notwendig, um eine ausreichende Leistung zu erzielen.
Das bedeutet, daß die hölzerne Wasserrinne bis zum Rand gefüllt
sein muß. |
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