Das Sächsisch-böhmische Spielzeuggebiet im mittleren Erzgebirge - Sasko-česká hračkářská oblast na území středního Krušnohoří
In der erzgebirgischen Spielzeugregion existieren verschiedene territoriale Schwerpunkte. Auf Grund der günstigen Verkehrslage entwickelte sich im 18. Jahrhundert beispielweise Grünhainichen/ Waldkirchen zu frühen Handelszentren für die Spielwarenregion, mit Verbindungen weit über Dresden und Leipzig hinaus. Zu den bedeutsamen Zeugnissen gehören die hier um 1850 erschienenen ältesten handkolorierten Musterbücher des Erzgebirges (Waldkirchner Spielzeugmusterbuch). Nach 1850 wurden im Umland aus einstigen Bauerndörfen (beispielweise Eppendorf) wichtige Standorte der Spielwarenindustrie. Olbernhau, inmitten des oberen Spielwarengebietes, entwickelte sich innerhalb des 19. Jahrhundert zu einem aufstrebenden Knotenpunkt der Produktion und der internationalen Vermarktung. Einen Aufschwung im Regional- und Fernhandel brachte hier der Bahnanschluss 1875. Im benachbarten Rothental ermöglichten viele Wasserkraft betriebene Holzwaren- und Drechselbetriebe die Fertigung kleinformatiger Massenerzeugnisse, während Blumenau ab 1860 zum fortschrittlichen und leistungsfähigen Standort für die Baukastenfertigung aufstieg. Marienberg und Umgebung - mit seiner industriellen Entwicklung - geriet zur Region wichtiger Großspielzeug-Produzenten (Fabrik Moritz Gottschalk um 1900) Das Städtchen Zöblitz (wie auch Olbernhau) beherbergte seit 1870 Hersteller von Kinderkochherden, Blechhausrat oder Puppenküchenartikeln.




