 GALERIE-AUSSTELLUNG
April
2011 - Oktober 2011
Figürliches
Drechseln
Abstraktion und
Naturalismus

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Seit
mehr als 200 Jahren wird die figürliche Darstellung auch mittels
des
Drechselns und mit gedrechselten Elementen verwirklicht. Das
Drechseln führt dabei zur Typisierung, zur Erfassung der
Hauptmerkmale. Bereits erzgebirgische Figuren des ausgehenden 18.
Jahrhunderts vermittelten den Eindruck des Charakteristischen.
Die
erzgebirgische Spielzeugdocke mit ungebrochener Mittelachse bestimmte
den Figurenschatz des Biedermeier und besitzt bis heute eine
gediegene, nahezu künstlerische Qualität. Oft werden
bereits beim Drechseln die Kennzeichen einer Tracht, des
Haarschmuckes oder der Fußbekleidung angedeutet . In der
Volkskunst
variierten schließlich das Beschnitzeln, Beschneiden und
Montieren
diese einfache Ausgangsform. Seiffener Miniaturfiguren um 1910-50
sind kostbare Belege dafür. Detailreiches
Dekor und die ornamentale
Auszier gemäß des modischen Zeitgeschmackes lassen
gedrechselte
Figuren zum Spiegelbild der jeweiligen Epoche werden.
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Seit den
1920er
Jahren beruhen Kleinfiguren zunehmend auf dem gestalterischen
Grundprinzip, dass gedrechselte, oft abstrahierte Einzelteile sich
erst beim Zusammenfügen zu figürlichen Komposition
ergänzen.
Dieser moderne Formencharakter des 20. Jahrhunderts eröffnet den
Werkstätten im Erzgebirge bis heute originelle
Gestaltungslösungen (z.B. bei Engelfigürchen).
Aber auch
gegenwärtig beschäftigen sich kunsthandwerklich
Tätige mit der klassischen Methode der miniaturisierten
Mittelachsfigur, die individuell und mit persönlicher Handschrift
zu erzählenden Szenerien aufgestellt werden kann.
(Abbildungen
ganz unten)
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