Oktober 2010 - März 201 Im Spielzeugparadies Paradiesische Motive und Spielzeugmotive des Paradieses |
Die
Vergangenheit des erzgebirgischen Paradiesgartens und des
traditionellen
Spielzeugmotives Adam & Eva unter der „Apfelpalme“ ist eng
an das Weihnachtsbrauchtum gebunden. Im Zentrum stehen Vielfalt und
Attraktivität
der klassischen Paradiesszenen, die als umzäunte Gärten oder
Landschaften
seit mehr als 150 Jahren in vielen erzgebirgischen Weihnachtsstuben
aufgebaut
wurden bzw. werden. Begonnen vom kleinsten reifengedrehten Paradiesgarten mit Ringmauer und Tiervielfalt (Werkstätten des Seiffener Freilichtmuseums) bis hin zum seltenen Einzelobjekt ist eine große Breite an Möglichkeiten nachweisbar. Ein Paradiesgarten mag ursprünglich tatsächlich Szenen aus dem Paradies beherbergt haben. Adam und Eva, die zu Weihnachten ihren Namenstag haben, sind jedoch auch zu Begleitfiguren von anderen Weihnachtsszenen geworden. Die Beziehung zum Paradies finden wir deutlich in den frühesten Motiven des Schwibbogens (Johanngeorgenstadt). Schon um 1850 sollen Pyramiden vielfach auch von einem Garten, mit Zaun, Wald
und Tieren umgeben worden sein. Reifentiere waren als Ausstattung
beliebt,
desgleichen gespante Bäume aus Lindenholz und Luffabäumchen
in allen
Grüntönen. Anderenorts war es verbreitet, einen solchen
Garten um
den Weihnachtsbaum aufzubauen. Vielfach
wurden auch die aus Masse gedrückten, mitunter sehr plastischen
und ausdrucksstarken
Tiere in diese Gärten gestellt.Im Spielzeugland zwischen Grünhainichen und Seiffen fertigen seit rund 100 Jahren verschiedene Werkstätten die Adam-und-Eva Szene als serielle Arbeit. Auf einem Brettchen sind Palme und Figuren aufgebaut, oben mitunter als Kerzenhalter geformt. Die Schlange lugt aus dem Blattwerk hervor und Eva übergibt den lecken Apfel an Adam. Entwürfe dafür gehen auch auf die Fachschullehrer Max Schanz und Professor Alwin Seifert zurück. Letzterer versah seine Paradies-Miniaturen gern mit einem pfiffigen „Paradiesvogel“ auf der Spitze der Palme. Motive des Paradiesgartens in der kunsthandwerklichen Fertigung sind gegenwärtig nur selten anzutreffen. Jüngst hat sich das Thema auf einem Wärmespiel eingefunden. In einer Seiffener Reifendreherwerkstatt ist es Bestandteil des Sortimentes von reifengedrehten Tieren. |