 GALERIE-AUSSTELLUNG
April
2009 - Oktober 2009
Theodor
Artur Winde
Formen, Farben
und Figuren
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| Theodor
Artur Winde wurde 1886 in Dresden geboren. Er schloss 1905 eine Holzbildhauerlehre
ab. 1918 erfolgte die Berufung an die damalige Kunstgewerbeakademie in
Dresden – und das mit der Aufgabe, eine selbständige Abteilung für
Holzgestaltung aufzubauen. 1925 kristallisierte sich die sogenannte “Arbeitsgemeinschaft
Winde“ heraus, in der gemeinsam mit Studenten das Lernen und Arbeiten organisiert
wurde. Es waren zugleich die Jahrzehnte, in denen Winde enger mit der erzgebirgischen
Spielzeugwelt in Kontakt kam. Neben den von ihm gestalteten Fahrspielzeugen
und thematischen Szenerien sind leider die feinen Modepüppchen nur
noch auf Fotografien erhalten. Diese Damen und Herren in zeitgemäßen
Kleidungsstil und dem notwendigen Accessoire an Hütchen, Stöckchen
oder Schirmchen feiern nun durch die “Arbeitsproben” von Manfred Kaden
ihre körperliche Wiederauferstehung. |
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| Gezeigt
werden zugleich Baukästen - als Vorschlag für einen städteplanerischen
Werken- und Kunstunterricht deutbar. Die Keilform, das Halbrund, die Wellengestalt,
der Einschnitt, die Kerbe, die Bohrung; all das sind Möglichkeiten,
die Winde, in den 1930er Jahren beginnend und später nach 1950 fortsetzend,
zur Schaffung von Tast- und Greifspielzeugen verwendet. Wenige Punktornamente,
in der Regel auch Maserung und strukturelle Dichte des gewählten Holzes,
Gestricheltes, formgebundene Farbflächen, oder eine "Augenbohrung"
kennzeichnen das, was den halben Diskus zum Fisch, die niedrige Keilform
zum Krokodil, das geschwungene zum Hahn oder die Flachform zur Maus werden
lässt. Der Spielwert ergibt sich sowohl aus den haptischen und visuellen
Eigenschaften, aber auch aus der Gelegenheit, Tiere und Figuren im Rollenspiel
miteinander agieren zu lassen. |
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| Aus
dem Jahr 1962 stammen 10 diskusartige Spieltiere und Formen. Farblich gefasste
Einschnitte, Spiralen, Bohrungen, Durchbrüche, Windungen fordern zum
"Begreifen" auf. Gepunktete Flächen, Strichbahnen, Gesichter aus Mund,
Nase und Auge, Pinselschwünge helfen gliedern und differenzieren.
Der zufassenden und spielenden Hand wie auch dem Augensinn "schmeichelnd"
scheinen sie in ihrer Prägnanz und ästhetischen Anmutung viele
Grundsätze im Lebenswerk von Theodor Artur Winde - gestorben 1965
- zusammen zu fassen.
Seine
Haltung und die Ernsthaftigkeit gegenüber der gestalteten Holzform
hinterließ, vermittelt über seine Schüler, bis zur Gegenwart
Spuren im Sächsischen: Begonnen bei Professor Reinhold Langner, bis
hin zu Erwin Andrä, Lüder Baier, Ursula Zahn (geb. Schanz) und
Professor Hans Brockhage. |
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 ERZGEBIRGISCHES
SPIELZEUGMUSEUM SEIFFEN |