Die
historischen Ursprünge der Zwerge als mystische Gestalten mit übernatürlichen
Kräften reichen Jahrtausende zurück. Ihre Kleinheit und die ihnen
zugeschriebene Magie beflügeln jedoch bis heute die Phantasie des
Menschen. Volkskünstlerische Darstellungen kennzeichnen den Zwerg
oft als den sagen- und märchenhaften „Berg- und Waldbewohner“.
Die
obligatorische Zipfelmütze und die Laterne sind wichtige Bezugspunkte
zur bergmännischen Verwandtschaft des Zwerges. Wie ein Bergmann auch
verfügen Zwerge der "Überlieferung" nach über besondere
Weisheiten. Beigegebene Werkzeuge wie Säge, Hammer, Beil, Hacke, Schaufel
oder Schubkarre zeigen Zwerge als handwerklich geschickt, fleißig,
umtriebig. Andere Szenerien betonen seine Naturverbundenheit oder beschreiben
ihn als besonnenen, ruhigen, mitunter auch pfiffigen „Zeitgenossen“.
In
dieser Hinsicht hat der Zwerg eine besondere Bedeutung in der phantasievollen
Bilderwelt der Märchen und Sagen eingenommen. Und da regte er nicht
nur die Phantasie des Kindes an. Seit 1871/72 bevölkert er als Terrakotta-
bzw. Porzellanfigur die Gärten. Erste Garten-Zwerg-Produzenten waren
die Thüringer Philipp Griebel und August Heissner.
Das
Motiv des Zwerges ist seit etwa 100 Jahren beliebt auch in der Figurenwelt
der
erzgebirgischen Spielzeugmacher – als Massefigur ebenso wie gedrechselt
oder geschnitzt. Mehr als 10 Massefiguren-Werkstätten fertigten in
der 1. H. des 20. Jh. eine Vielgestaltigkeit an Miniatur-Zwergen -
wichtiges Beiwerk für die erzgebirgischen Weihnachtsberge und für
viele Pyramiden. Die Ausstellung zeigt über 200 Exemplare dieser einst
in Formen gedrückten Volkskunstfiguren. Neben den Nippes- oder Souvenirfiguren
– zumeist Kind orientiert - haben sich bis heute erzgebirgische Hersteller
mit dem Zwerg als Vertreter von Berufsständen und Epochen, als Geschenkezwerg,
Tischkartenhalter oder gar als werbeträchtige Imagefigur beschäftigt. |