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Im
Anschluss der erfolgreichen Präsentation japanischer Spieldinge von
Aquio Nishida werden seine fliegenden Hasen, trabenden Pferde, pendelnden
Artisten nun in eine “typisch deutsche” (?) “Weihnachtskulisse” versetzt
und die unterschiedlichsten hölzernen, erzgebirgischen Motive
das Bewegungsspielzeug des japanischen Designers in den Vitrinen begleiten.
Mit der Gegenüberstellung sollen interessante, mehr noch aber amüsante
Museums- und Weihnachtsmanngeschichten erzählt werden.
Im
Weihnachtsmann als jüngsten aller Gabenbringer sind die Wesenszüge
der zwei älteren “Kollegen” - Nikolaus und Ruprecht - gewissermaßen
verschmolzen. Dabei hat der Nikolaus die wesentlicheren Attribute beigesteuert.
Er brachte (oder bringt) die kleinen Gaben, oft zu Pferde reitend. Unter
seinen nach Landschaft und Epoche verschiedensten“mythologischen” Begleitern
und Dienern (u.a. Krampus, Glockenschellmann, Hullefrau usw.) war in Deutschland
verbreitet der “Knecht Ruprecht” zu finden. Er ist eher der “Kinderschreck”,
die Negativfigur - von ihm erbte der Weihnachtsmann die Rute. Mundartlich
wurde und wird im Erzgebirge der Begriff des Ruprecht oft bis heute synonym
für Weihnachtsmann verwendet. Dabei müsste er wohl unterschieden
werden, auch seine ursprüngliche Rolle in der Erzgebirgsweihnacht.
Wann
genau das Motiv des Weihnachtsmannes erstmalig in die Figurenwelt des Erzgebirges
gekommen ist, lässt sich wohl nicht mit Sicherheit erkunden. Entscheidend
gewesen sein dürfte durchaus auch der “modernisierte” Typ einer Geschenkeweihnacht
in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und die damit verbundene Reklame.
Warenkataloge des Erzgebirges um 1935 zeigen bereits Weihnachtsmänner
als Räuchermann, Lichterträger oder in Miniaturfahrzeugen.
Nahezu
legendär erinnern sich manche der Wackelfigur “Ruprecht”, die wohl
Mitte der 1930er Jahre von Max Schanz gestaltet und in kleiner Auflage
auch zur Handelsware wurde. Der Weihnachtsmann als Wahrzeichen der modernen
Weihnachtszeit hat mit den 1950er Jahren in der erzgebirgischen Spielwarenwelt
immer mehr Verbreitung gefunden. Das Thema war willkommen, um den Kreis
der Schmuck- und Schenkfiguren zu erweitern, zumal das Motiv des Weihnachtsmannes
sinnbildhaft die zunehmend auf den Gabentag orientierte Weihnacht des ausgehenden
20. Jahrhunderts repräsentierte und international bekannt war. Nun
ist er vielgestaltig Räuchermann oder Nussknacker, ist Wichtel oder
Weihnachts- Schlittenlenker geworden, fährt auf einem Motorrad oder
im offenen Sportwagen, zieht Schlitten oder Spielzeugeisenbahnen, steht
vor verschneiter Landschaft im Schwibbogen, sitzt an der Orgel im Engelsorchester
oder agiert auf Spieldosen und Pyramiden. Erstaunlich, wie viele verschiedene
Handwerksmeister und Manufakturen sich in den letzten 60 Jahren, besonders
aber nach 1990, des Motives angenommen haben.
Auszeichnungen
und Preise für “Tradition und Form” gab es in den lezten 12 Jahren:
Zum Beispiel 1995 für den Weihnachtsmann als Knobelfigur der Reichel-Werkstätten,
1998, 2002 und 2004 als Räuchermann im neuen Design, 2002 in Gestalt
der Weihnachtshühner von Torsten Martin, 2004 in moderner, frischer,
augenzwinkender Verwandlung bei Björn Köhler und schließlich
2006 aus der Hand von Bettina Franke in Art der traditionellen Flächenschnitzerei.
Die umfangreiche Ausstellung mit über 200 Varianten war nur möglich
auf Grund der großzügigen Schenkungen vieler Hersteller und
etlicher Leihgeber. Das Spielzeugmuseum möchte sich auch auf diesem
Wege recht herzlich bedanken.
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