ZUM SPIELZEUGMUSEUMJahressonderausstellung

31. März 2004 - 25. Oktober 2004
SPIEL + FORM
Studiengang Holzgestaltung Angewandte Kunst Schneeberg. Westsächsische Hochschule Zwickau


 
Unter dem Thema “SPIEL + FORM” zeigt der Studiengang Holzgestaltung Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau seine aktuellen Studienergebnisse. Spiel und Form beschreiben nicht nur die Funktion der Arbeiten, sondern der Ausstellungstitel steht symbolisch auch für das Lehrprogramm. Der Weg von der Idee bis zum Produkt wird hierbei exemplarisch aufgezeigt. 

Der spielerische Umgang mit Formen und Materialien, unter Einbeziehung der technologischen Vielfalt, führt immer wieder aufs Neue zu innovativen Gestaltungslösungen, die sich zum formalen Fundus für den Studierenden entwickeln, bis schließlich eine gestalterische Handschrift erwächst. 

Einfache Skizzen, dokumentierende Darstellungen, elementare Formübungen und die daraus resultierenden Erfahrungen bilden die Grundlage für komplexere, künstlerisch oder Design orientierte Gestaltungen. Die etwa 150 Exponate beleuchten einen wesentlichen Ausschnitt der Gestalterausbildung der Angewandten Kunst Schneeberg. Der Studiengang Holzgestaltung widmet sich in seinen Studienschwerpunkten dem Spielmitteldesign ebenso, wie der Innenarchitektur, dem Möbeldesign, der Materialästhetik oder dem Bereich Kunst am Bau. Mit dem Ausstellungsbeitrag “SPIEL + FORM” dokumentieren die angehenden Diplomdesigner/Holzgestaltung den “spielerischen Anteil” ihres Studiums. 

Die Ausstellung zeigt Ergebnisse besonders aus folgenden Aufgabenstellungen: “Tastflächen für Hände und Füße”, “Raster und Figur”, “Brettspiel – Spielbrett”, “Solitär”, “Schach”, “Formholz und Spiel” und “Kreisel aus Radien”. Ergänzt wird die Exposition mit einer Reihe von “Gitterflächen”. In ausgelegten Katalogen und Bilddokumentationen ist das gesamte Ausbildungsspektrum des Studienganges Holzgestaltung einsehbar. 

Ein Komplex von über 50 Baukästen, durch ein 2. Semester entworfen und praktisch bis hin zur Verpackung und Präsentation realisiert, demonstriert eine mögliche Herangehensweise: Würfel, Quader, Rollen und deren formale und gestalterische Verwandlungen innerhalb eines festgelegten Kastenprofiles erkunden vielgestaltige Möglichkeiten. Beeindruckend die Mannigfaltigkeit an konstruktiven, technischen, räumlichen oder gar spiel-didaktischen Lösungen, welche schließlich als ein Angebot für die "Lehrproduktion" innerhalb der  Ausbildung an der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen praxiswirksam werden.

Das Thema "Schach" (7.Semester) fasziniert durch eine mitunter recht ungewohnte Sicht auf den Spiele-Klassiker. Da werden Materialien, wie Holz, Filz, Papier, Kunststoff und Textil kombiniert oder im optisch-verfremdenden Umgang mit dem Spielbrett und der Figur Machbares bis zur "Grenze" hin ausgelotet. Die unterschiedlichen Sicht- und Gestaltungsweisen der Studierenden führten neben einfallsreichen Experimenten - so ein schwimmfähriges Schach - zugleich auch zu Entwürfen, die sich in der seriellen Vervielfältigung vorstellen lassen. 

Die Verwendung und Verwandlung der hölzernen Drehform findet sich auch in anderen Übungen des 2. Semesters wieder und zeigt Momente einer intensiven gestalterischen Grundlagenforschung im Studium, bei der das Ergebnis durchaus von großem ästhetischen Reiz sein kann. Der Kreisel  - als ergänzende Sprintaufgabe im 1. Semester - gewinnt u.a. in einer länglichen, zigarrenähnlichen Form eine ungewohnte Interpretation, wobei die durch die Rotation der Teile hervorgerufenen Beobachtungen und optischen Phänomene interessante Form- und Farbeffekte entstehen lassen. 

Bei den ausgestellten "Gitterflächen", im 1. Semester geschaffen durch beidseitige Bearbeitung vorgegebener Flächen von 48x48 cm, führen Überlagerungen im Material beim Betrachten im Gegenlicht zu einfachen, mitunter auch zu visuell raffinierten Effekten.
 



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