       |
 |
Unter
dem Thema “SPIEL + FORM” zeigt der Studiengang Holzgestaltung Angewandte
Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau seine aktuellen
Studienergebnisse. Spiel und Form beschreiben nicht nur die Funktion der
Arbeiten, sondern der Ausstellungstitel steht symbolisch auch für
das Lehrprogramm. Der Weg von der Idee bis zum Produkt wird hierbei exemplarisch
aufgezeigt.
Der
spielerische Umgang mit Formen und Materialien, unter Einbeziehung der
technologischen Vielfalt, führt immer wieder aufs Neue zu innovativen
Gestaltungslösungen, die sich zum formalen Fundus für den Studierenden
entwickeln, bis schließlich eine gestalterische Handschrift erwächst.
Einfache
Skizzen, dokumentierende Darstellungen, elementare Formübungen und
die daraus resultierenden Erfahrungen bilden die Grundlage für komplexere,
künstlerisch oder Design orientierte Gestaltungen. Die etwa 150 Exponate
beleuchten einen wesentlichen Ausschnitt der Gestalterausbildung der Angewandten
Kunst Schneeberg. Der Studiengang Holzgestaltung widmet sich in seinen
Studienschwerpunkten dem Spielmitteldesign ebenso, wie der Innenarchitektur,
dem Möbeldesign, der Materialästhetik oder dem Bereich Kunst
am Bau. Mit dem Ausstellungsbeitrag “SPIEL + FORM” dokumentieren die angehenden
Diplomdesigner/Holzgestaltung den “spielerischen Anteil” ihres Studiums.
Die
Ausstellung zeigt Ergebnisse besonders aus folgenden Aufgabenstellungen:
“Tastflächen für Hände und Füße”, “Raster und
Figur”, “Brettspiel – Spielbrett”, “Solitär”, “Schach”, “Formholz
und Spiel” und “Kreisel aus Radien”. Ergänzt wird die Exposition mit
einer Reihe von “Gitterflächen”. In ausgelegten Katalogen und Bilddokumentationen
ist das gesamte Ausbildungsspektrum des Studienganges Holzgestaltung einsehbar.
Ein
Komplex von über 50 Baukästen, durch ein 2. Semester entworfen
und praktisch bis hin zur Verpackung und Präsentation realisiert,
demonstriert eine mögliche Herangehensweise: Würfel, Quader,
Rollen und deren formale und gestalterische Verwandlungen innerhalb eines
festgelegten Kastenprofiles erkunden vielgestaltige Möglichkeiten.
Beeindruckend die Mannigfaltigkeit an konstruktiven, technischen, räumlichen
oder gar spiel-didaktischen Lösungen, welche schließlich als
ein Angebot für die "Lehrproduktion" innerhalb der Ausbildung
an der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen praxiswirksam werden.
Das
Thema "Schach" (7.Semester) fasziniert durch eine mitunter recht ungewohnte
Sicht auf den Spiele-Klassiker. Da werden Materialien, wie Holz, Filz,
Papier, Kunststoff und Textil kombiniert oder im optisch-verfremdenden
Umgang mit dem Spielbrett und der Figur Machbares bis zur "Grenze" hin
ausgelotet. Die unterschiedlichen Sicht- und Gestaltungsweisen der Studierenden
führten neben einfallsreichen Experimenten - so ein schwimmfähriges
Schach - zugleich auch zu Entwürfen, die sich in der seriellen Vervielfältigung
vorstellen lassen.
Die
Verwendung und Verwandlung der hölzernen Drehform findet sich auch
in anderen Übungen des 2. Semesters wieder und zeigt Momente einer
intensiven gestalterischen Grundlagenforschung im Studium, bei der das
Ergebnis durchaus von großem ästhetischen Reiz sein kann. Der
Kreisel - als ergänzende Sprintaufgabe im 1. Semester - gewinnt
u.a. in einer länglichen, zigarrenähnlichen Form eine ungewohnte
Interpretation, wobei die durch die Rotation der Teile hervorgerufenen
Beobachtungen und optischen Phänomene interessante Form- und Farbeffekte
entstehen lassen.
Bei
den ausgestellten "Gitterflächen", im 1. Semester geschaffen durch
beidseitige Bearbeitung vorgegebener Flächen von 48x48 cm, führen
Überlagerungen im Material beim Betrachten im Gegenlicht zu einfachen,
mitunter auch zu visuell raffinierten Effekten.
|