Sonderausstellung und Weihnachtsschau 14. November 2003 bis 10. März 2004 Lichterglanz im Weihnachtsdorf Zur Geschichte der Lichterhäuser, Laternen und Durchscheinebilder Das
Erzgebirge ist reich an Weihnachtstraditionen, die mit der bergmännischen
Huldigung des Lichtes in Zusammenhang stehen. Das Licht der Verkündigung
und der geistigen Hoffnung korrespondierte mit Alltagserfahrungen: Licht
ist Wärme, Geborgenheit und auch Notwendigkeit. Die erzgebirgische
Lichterweihnacht hat mit Bedacht neben die Krippe oft die regionale Winterlandschaft
gesetzt. Die Hersteller von Pappspielzeugen nahmen diese Anregung gern
auf. Die “Papphäusel-Macher”, konzentriert um Grünhainichen,
Olbernhau und Pockau, begannen noch vor 1900 mit der Fertigung von “Illuminations-Pyramiden”,
“Weihnachtsbergen mit Schnee” oder “Illuminationshäusern mit Panorama”.
Aus einzelnen Lichterhäusern wurden ganze Landschaften; Hausfassaden
aus bedruckter, gestanzter Pappe, dekoriert mit Borten und Prägeelementen,
dazu Florales aus Heidekraut und Luffa, und schließlich die ganze
Szenerie einschließlich der Dächer mit winterlichem Glimmer
bestreut. Theodor Schubert
und Theodor Dähnert (später Willy Dähnert) gehörten
in Wünschendorf zu den frühen Herstellern. In Reifland produzierte
Georg Berger noch bis etwa 1950. Der Brauch der Mettenlaterne als Ausdruck
farbenfroher silhouettenhafter Weihnachtssymbolik begleitet die Weihnachtsatmosphäre
seit 1915.
Olbernhau
besitzt eine diesbezügliche Traditionslinie, die von Robert Sachse,
Hermann Lauterbach (Spielzeugpapphäuser und Lichterhäuser), über
Frieda Seifert (ab 1950), den VEB VERO Olbernhau bis in die Gegenwart reicht.
Die Seiffener Kirche, heute wohl mit eine der bekanntesten Lichterhausformen,
kam erst in den 1960er Jahren ins Sortiment. Die Firmen Birgit Uhlig und
Monika Reichel (beide Olbernhau) haben mit ihren Neueditionen, auch der
Dresdner Frauenkirche, die Lichterhauslandschaft nach 1992 stark bereichert.
Die anmutigen Arbeiten von Barbara Roesler-Kaltofen sind zwischen 1993
und 2002 entstanden. Modellhafte hölzerne Spielzeughäuser, hohl
und mit durchbrochenen Fenstern, kamen nach der Der
Wunsch, ein Bild der erzgebirgischen Winterlandschaft en miniature
zu schaffen, war wohl stets nicht nur eine Herausforderung an das modellhafte
Planen und Bauen. Weihnachtsecken, Fensterbrettel oder Winterberge waren
(und sind) ein Betätigungsfeld für kreative Neuschöpfungen
und die Realisierung heimatlicher Idylle. Der Sternen besäte blaue
Nachthimmel gehört dazu, Schnee verwehte Gassen und |