ZUM SPIELZEUGMUSEUMJUBILÄUMS-AUSSTELLUNG

Sonderausstellung zum 50. Geburtstag des Seiffener Spielzeugmuseums
30. Januar 2003 bis 30. Oktober 2003
100 + EINS MEISTERSTÜCKE
Meisterarbeiten im Holzspielzeugmacher- und Drechslerhandwerk des Erzgebirges


Es ist eine gute Tradition, im Seiffener Spielzeugmuseum "Meisterstücke" zu zeigen, oft wurden die Jubiläen des Hauses dazu genutzt. Ein grandioser Rückblick wurde so u.a. bereits 1973 ( 20jähriges Museumsjubiläum!) mit Dutzenden Meister- und Gesellenstücken gegeben. Damals waren es besonders die Arbeiten aus den 1950er Jahren, die große Aufmerksamkeit fanden. Denn in den Jahren 1949 bis 1965 entstanden erstmals Jahr für Jahr zahlreiche  Meisterstücke im Spielzeugmacherhandwerk. Sie waren eine Folge davon, dass mit dem Jahr 1936 das Berufsbild eines Spielzeugmachers und die dazu gehörende Ausbildung an der Staatlichen Spielzeugmacher-Fachschule Seiffen bis hin zum Gesellenbrief Früchte trug - in Form von Meisterbetrieben und persönlichen Werkstatt-Handschriften. 

Im 50. Jahr des Bestehens des Seiffener Museums war der Anspruch hoch - eine umfassende Schau sollte es werden, mit der Möglichkeit des Vergleiches und der Darstellung des Leistungsstandes einer Wirtschafts- und Kulturregion. Übrigens werden - wohl eher zufällig zusammenfallend mit unserem Jubiläum - seit wenigen Jahren die frühen Spielzeugmacher- und Drechslermeister mit dem "Goldenen Meisterbrief" geehrt; für die 50. Wiederkehr ihres Meisterabschlusses. Diese Ehre betraf bereits viele der Leihgeber und so wird das "goldene" Jubeljahr für das Spielzeugmuseum Seiffen gerade mit dieser Ausstellung "Vergoldeter Meisterstücke" aufgewertet. Zugleich waren (und sind) es Arbeiten besonders jener Meister (und Meisterbetriebe), die den Aufbau und das Werden und Wachsen des Seiffener Museums aktiv begleitet und durch ihr Werkstattschaffen mit "jungen" Exponaten gefüllt haben. 
 

Bis 2002 entstanden sehr unterschiedliche Exponate - Vorlieben bestanden für exklusive Fahrzeugmodelle oder für aufwendige Spiellandschaften mit Figurenwelten, ebenso fertigte man großformatige Weihnachtsdekorationen, reich mit Dekoren geschmückt oder in Variationen naturbelassener Hölzer.

Die Sonderschau spiegelt eine beeindruckende Vielgestaltigkeit an innovativen und meisterlich gefertigten Einzelstücken. 120 Exponate,  zwischen 1935 und 2002 entstanden, laden zum informativen und vor allem genussvollen Besuch ein. Offenkundig beim Rundgang wird vor allem, wie reich die Formen - und Materialsprache der Region ist. Traditionelle Motive, wie Pyramiden, Schwibbögen, Archen mit Tieren  oder Krippenlandschaften sind ebenso vertreten wie ungewohnt modische Gestaltfindungen. Während für manchen Meister das "Stück" wohl eher Anfang einer individuellen Entwicklung bedeutete,  zeigten andere in der Handschrift der Familientradition ihre Könnerschaft. Zeitgeist, Modernistisches, farbige oder technologische Vorlieben verschiedener Epochen oder gar Experimentelles bestimmen die Eigenart der ausgestellten Arbeiten ebenso wie die einmalige Gesamtkonstellation der erzgebirgischen Spielzeugregion - mit ihren Besonderheiten wie das Reifendrehen oder die traditionelle Figurendrechselei. 

Die frühesten Drechselmeisterstücke stammen aus dem Jahr 1935, in welchem der Überlieferung nach die ersten Seiffener Hersteller in Dresden zur Drechsler-Meisterprüfung zugelassen worden waren. 

Eine der ältesten Spielzeugmacher-Meisterarbeiten aus dem Jahr 1949 ist ein Schmuckkästen mit Intarsien. Die jüngsten Stücke verdeutlichen die Leistungsfähigkeit des Nachwuchses. Spielwert und originelle Einfälle in der technologischen Realisieren werden u.a. ergänzt durch das Vermögen, dem Werkstatt Holz auch neue ästhetische Reize zu verleihen. 

Zu sehen sind z.B. Modelle von historischen Werkstätten, zarte Spieldosen mit tanzenden Figurengruppen, eine Eckkrippe bei Verwendung verschiedenster Edelhölzer, die meisterliche Umsetzung eines Blumenladens mit beeindruckender Nutzung des "Blümchendrehens" in zigfacher Variation und auch ein Kinder-Kaufladen, praktisch verpackt im Kasten und angefüllt mit allerlei aus Holz gefertigten Kaufwünschen.



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