Ausstellungsdokumentation Erzgebirgisches Spielzeugmuseum Seiffen - Dezember 2002 bis Januar 2003 Sammeln und Bewahren Erstaunt hat selbst Museumsmitarbeiter, dass nach 1990 in die Seiffener Sammlung gar 4 verschiedene, sogenannte “Sturzmännel” gekommen waren. Neben der Neukreation von Wolfgang Werner belegt ein anderes, mit grauem Schmuckpapier beklebter Kasten einschließlich des vorzüglich erhaltenen Turnkünstlers (offenbar vor 1900 hergestellt), auf dem kleinen Klebeettiket im Kasteninneren den einstigen Verkäufer: “HAMLEY’S Noah’s Ark Toy Warehouse LONDON”. Nummer drei im Bunde jener Kostbarkeiten ist ein Chinesischer Doppelläufer und schließlich als vierte Rarität wurde dem Museum ein großes, mit 5 Stufen ausgestattetes “Sturzmännel”-Ensemble geschenkt. In
der Ausstellung hervorzuheben sind grafische Arbeiten sowie Druck- und
Arbeitsentwürfe. Hier reicht der Bogen vom einstigen Fachschuldirektor
Prof. Albin Seifert (Entwürfe, Bilder, Grafik von 1885-1935) bis zur
Forschungs- und Entwicklungsabteilung des VERO Olbernhau (1970er bis 80er
Jahre). Der Besucher erhält bei letzterem einen kleinen Einblick in
die Entwurfs- und Planungsarbeit des einstigen VERO Betriebes, u.a. bei
Spielanleitungen und Verpackungen. Recht bedeutsam inzwischen sind auch
die Belege an Messeauszeichnungen und dazugehörigen Medaillen. Druckerzeugnisse
der Zöblitzer Firma Knäbchen und Belege ihrer Herstellung (Druckvorlagen
Druckstöcke) stehen übrigens in der Ausstellung beispielhaft
für viele andere Archivbestände, die sehr gepflegt werden.
Spielzeuge aus anderen Gebieten der Welt (Schweiz, Japan, Schweden, Gröden), die in der Regel als Schenkungen in die Sammlung kamen, bereichern die Exposition. Ein Julbock aus Schweden steht da neben Tieren Grödener Abstammung oder den Kreiselvarianten japanischer Herkunft. Mit Dankbarkeit hat das Museum 2001 von Familie Reichelt (Seiffen) eine mehrstöckige Pyramide mit rund 50 Müller-Figuren (Weihnachtsgeschichte, Bergparade, Bläsergruppe, Engel) und einer Jagd von Alfred Reichelt übernehmen können. Erstmals war sie zur Weihnachtssonderausstellung 1954 im Hause gewesen, damals mit dem Vermerk: “Gebaut vom Vater in den Jahren 1946/47 - mit Figuren von Karl Müller.” Nun steht sie neben einer zweiten, mit Massefiguren besetzten Großpyramide und belegt, dass es auch heute noch solche wertvollen Ankäufe geben kann und muss. Besonders
im Bereich des Miniatur-Spielzeuges konnten interessante "kleine" Erwerbungen
getätigt werden, so Zündholzschachteln, Mannschaftsfahrzeuge,
gefüllte Früchte usw. Einen beeindruckenden Weg haben verschiedene
Szenen sowie ein kompletter Festplatz mit Tanzpaaren, Karussell, Buden,
Verkäufern und Musikern hinter sich - sie waren Mitte der 1990er Jahre
Geschenke aus Amerika.
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